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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Angesicht
der der Tatsache, dass sich der Werbemarkt seit dem Einbruch von 2001 wieder
erholt bleibt das Thema Werbecontrolling weiterhin unberücksichtigt. Die
Abbildung 1a illustriert den Verlauf der Werbeinvestitionen innerhalb der
letzten elf Jahre. Dies Wachstum ist vor allem der Online Werbeinvestitionen
zuzuschreiben. Diese sind, wie in der folgenden Abbildung ersichtlich, seit 1996 um das
Hundertfache gestiegen und können bald die Hörfunkinvestitionen übersteigen.
Somit entwickelt sich das einst Nebenmedium Internet mehr und mehr zum
Hauptmedium. Diese Entwicklung trifft vor allem dem Print-Bereich, wie sich im
laufe der Arbeit zeigen wird.
Werbeinvestitionen in Deutschland
|
a) Gesamte Werbeinvestitionen

Quelle: ZAW Jahrbücher |
b) Online Werbeinvestitionen

|
Die
Abbildung zeigen, wie sich die Werbeinvestitionen auf die Werbeträger verteilen.
Mit einem Anteil von fast 50 Prozent stellen die Printmedien die bedeutendste
Werbeträgergattung in Deutschland dar. Dominierend von den Tageszeitungen mit
einem Anteil von 22,3 Prozent gefolgt von Publikumszeitschriften mit 9,5
Prozent, Anzeigenblätter mit 9,1 Prozent und Fachzeitschriften mit 4,7 Prozent.
Nettowerbeeinnahmen erfassbarer Werbeträger
|
Werbeträger (Mio.
Euro)
|
1995
|
2006
|
Wachstum % |
Anteil 2006 % |
|
Tageszeitungen |
5.498,3 |
4.532,9 |
-21,3% |
22,3% |
|
Fernsehen |
3.252,3 |
4.114,3 |
21,0% |
20,2% |
|
Werbung per Post |
2.693,0 |
3.318,9 |
18,9% |
16,3% |
|
Publikumszeitschriften |
1.797,6 |
1.943,0 |
7,5% |
9,5% |
|
Anzeigenblätter |
1.496,1 |
1.855,9 |
19,4% |
9,1% |
|
Adressbücher |
1.160,5 |
1.198,6 |
3,2% |
5,9% |
|
Fachzeitschriften |
1.134,1 |
956,0 |
-18,6% |
4,7% |
|
Hörfunk |
578,3 |
680,5 |
15,0% |
3,3% |
|
Außenwerbung |
513,6 |
787,4 |
34,8% |
3,9% |
|
Wochen- /
Sonntagszeitungen |
230,2 |
260,2 |
11,5% |
1,3% |
|
Filmtheater |
151,7 |
117,5 |
-29,1% |
0,6% |
|
Online-Angebote |
|
495,0 |
100,0% |
2,4% |
|
Zeitungssupplements |
129,3 |
89,9 |
-43,9% |
0,4% |
|
Gesamt |
18.635,1 |
20.350,1 |
8,4% |
100,0% |
Quelle: ZAW Jahrbücher
Anteile der
Werbeträger 2006

Quelle:
eigene Darstellung
Dementsprechend wird sich diese Arbeit auf das Print-Controlling fokussieren,
denn die Abbildung zeigt die Dynamik des Werbewachstums in den einzelnen
Werbeträgerkategorien aus der ersichtliche wird das der Print-Sektor deutliche
einbußen verzeichnetet.
Besonderns
Tageszeitungen und Fachzeitungen sind vom Rückgang betroffen, die
Publikumszeitschriften konnten hingegen mit dem durchschnittlichen Wachstum
mithalten. Wobei die Auflagen der Pubklikumszeitschriften binnen der letzten
Jahre deutlich zurückging, wie aus der folgenden Abbildung hervorgeht.
Auflagenentwicklung von Publikumszeitschriften

Quelle:
eigene Darstellung; ZDF:
www.pz-online.de
Problemstellung
Die
steigenden Werbeinvestitionen sollten ein positives Zeichen für die Medienhäuser
sein. Jedoch geht die Globalisierung auch an Medienhäuser und -agenturen nicht
vorbei. So entwickelt sich auch der Mediamarkt zu einer globalen
Oligoplolisierung (vgl. Karle 2006, S. 56 ff.). Sechs Unterhaltungskonzerne (AOL
Time Warner, Bertelsmann, Murdoch, Disney, Sony, GE Vivendi) treffen auf vier
Agenturgruppen (Omnicom, WPP, IPG, Publicis) (vgl. Schulz 2003, S. 66 ff.). D.h.
wer heute überleben will, benötigt nicht nur ein globales Network sondern auch
Spezialisten und innovative Messinstrumente.
Tatsächlich
ist es aber so, dass durch Mergers und Aquisations die Netzwerke immer größer
werden und dementsprechend auch die zu verwaltenden Werbebudgets. Die folgende
Abbildung zeigt einen Auszug der der größten Media-Groups und deren jährlich zu
verwaltenden Werbeetats.
Ranking der
Groups nach Etats (Auszug)
|
Agentur |
Weltweite
Etats 2006 in Mio. US-Dollar |
Veränderung
zum Vorjahr
|
|
WPP Group |
60.514 |
8,9% |
|
Publicis Groupe |
44.871 |
13,3% |
|
Omnicom Group |
30.520 |
7,2% |
|
Interpublic Group |
25.852 |
-4,7% |
|
Aegis Group |
23.528 |
3,0% |
Quelle:
Recma 2007, p. 21
Schon die
Adam Smith und Ricardo, die Gründer der Modernen Ökonomie, haben vor über
einhundert Jahren davon überzeugen können, dass durch Spezialisierung mehr
geschaffen werden kann. So hat die Omnicom Media Group im November 2006 George
Berzbach als Managing Director der neu geschaffenen Verhandlungsunit OPera
verpflichtet (w&v 2006). Diese übergrordnete Verhandlungsunit wurde gegründet,
um den immer größeren Anforderungen von Planung und Einkauf gerecht zu werden
(vgl. OMD 2006), denn nach George Berzbach wird die Relevanz des Einkaufs weiter
steigen und über das heutige Spektrum hinausgehen (vgl. w&v 2007, S. 35)
(oben)
Datenbanken
Durch Nutzung externer Online-Datenbanken, wie www.pz-online.de,
www.planbasix.de, www.ivw.de u.a., ist es möglich interne Datenbanken
für eigene Studien aufzubauen.
(oben)
Zentrale
Anzeigenstatistik
Die Zentrale
Anzeigenstatistik (ZAS) ist eine solche Untersuchung. Dafür werden von
www.pz-online.de
die entsprechenden Daten herunter geladen und in entsprechenden Datenreihen
(Anzeigenseiten pro Ausgabe) für jeden Werbeträger (und Verlag) in den
entsprechenden Charts eingefügt. Durch die Betrachtung eines mehrjährigen
Horizonts besteht die Möglichkeit einen Trend der „Anzeigenseiten pro Ausgabe“
zu erkennen. Diese Informationen können unter anderem für interne Planungen
benutzt werden und sollten auch als Basis für Verhandlungen mit den Verlagen
genutzt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die ermittelten Verläufe
direkt mit dem zyklischen Anzeigenpreis gegenüberzustellen, um somit
Korrelationen (anti-/zyklisch) festzustellen.
ZAS
Anzeigenseiten pro Ausgabe

Quelle: eigene Darstellung
Daten: PZ-Online
In der
oberen Abbildung wird eine ZAS-Kurve für die Publikumszeitschrift
„Brigitte“ illustriert. Erkennbar ist das im Jahr die Anzeigenseiten im
Jahr 2006 höher sind als noch im Jahr zuvor, d.h. die „Brigitte“ ist von
Werbetreibenden bzw. den Mediaagenturen bevorzugt belegt worden. Dies
ist sowohl für das Mediahaus „Gruner + Jahr“ als auch für Werbetreibende
positiv zu sehen, sowohl von „Gruner + Jahr“ und den werbetreibenden
bedeutet das die „Brigitte“ ein attraktives Werbemittel ist. Außerdem
ist hier das Phänomen Sommerloch zu erkennen, in den Sommermonaten ist
ein Rückgang der Anzeigenseiten deutlich zu erkennen.
Preis- und
Anzeigenabweichung im Vergleich
|
a)
Brigitte

Quelle:
eigene Darstellung
|
b) Gala

Daten: (Grund-)Preise lt. PZ-Online 2007
Anzeigenvolumen ZAS ø 2003-2005 |
Zusätzlich
besteht die Möglichkeit weitere Werte im Vergleich mit der ZAS zu
setzten. So ist in Abbildung a zu erkennen, dass der (Anzeigen-)Preis
der „Brigitte“ der Saisonalität angepasst ist. Diese zyklische
Preisanpassung ist jedoch kein Grundgesetz, wie in Abbildung b bei der
„Gala“ zu sehen ist. Andere Werbemittel unterliegen Preislich keinen
Saisonellen Schwankungen, z.B. die Titel des „Jahreszeiten Verlages“.
(oben)
Entwicklung
von Auflagen
Eine weitere
Aufgabe für das Print-Controlling ist es die Entwicklung der Heft- bzw.
Quartalsauflagen und Garantieauflagen anzulegen. Die entsprechenden
Daten dafür sind auf PZ-Online zugreifbar und müssen nur in einer
internen Datenbank eingefügt und bearbeitet werden. Dafür können die
Daten nach
Verlagen, Gattungen, wie Programmzeitschriften,
Jugendzeitschriften, Motorpresse usw. und / oder nach Einzeltiteln
sortiert werden. Da die Auflagen quartalsweise von der IVW
Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von
Werbeträgern e.V.) bekannt gegeben werden, sollte diese geschaffene
Datenbank auch vier Mal im Jahr gepflegt werden.
Die folgende
Abbildung illustriert die Verläufe der verkauften, der garantierten
Auflage und der Rückvergütung für die „Brigitte“ und der „Gala“. Bei der
„Brigitte“ ist erkennbar, dass die garantiere Auflage und auch die Rückvergütung
von Jahr zu Jahr heruntergesetzt wurde, obwohl der Trend der verkauften
Auflage durch 2007 einen deutlichen Aufschwung zeigt. Analog ist bei der
„Gala“ zu beobachten, nur das hier die verkaufte Auflage verhältnismäßig
konstant verläuft wurden die garantiere Auflage und auch die
Rückvergütung erhöht was als positiv anzusehen ist.
Preis- und
Anzeigenabweichung im Vergleich
| a)
Brigitte

Quelle: eigene
Darstellung
|
b) Gala

Daten: (Grund-)Preise lt. PZ-Online 2007
Anzeigenvolumen ZAS ø 2003-2005 |
(oben)
Allgemeine
Informationen zu Datenbeschaffung
Die folgende
Abbildung zeigt die genaue Datenbeschriftung und deren Herkunft, welche
frei zugänglich sind.
Preis- und Anzeigenabweichung im Vergleich
|
Daten |
Herkunft |
|
Werbeumsätze (von 2005, 2006
und die Veränderung in Prozent) |
Nielsen Media Research |
|
Auflagen (Druck, Verbreitung,
Verkauf, Abonnement, Einzelverkauf, Sonstige/LZ/Bord sowie der TAP
= Tausend Anzeigen Preis) |
IVW (Informationsgemeinschaft
zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.) |
|
Seitenumfang im Ø aus 2006 |
Zentrale Anzeigenstatistik (ZAS) des Verband
deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) auf
www.pz-online.de |
|
Anzeigenpreis für 1/1 4c (d.h.
Eine vierfarbige Seite) |
Laut Verlagen bei
www.pz-online.de
und
www.planbasix.de
|
|
Durchschnittliches
Haushaltsnettoeinkommen der Leserschaft |
laut Allensbacher Markt und
Werbeträger-Analyse (AWA) und Marktanalyse (MA) |
|
Durchschnittliches Alter der
Leserschaft |
laut Allensbacher Markt und
Werbeträger-Analyse (AWA) und Marktanalyse (MA) |
|
Leserstruktur (Anteil Männer /
Frauen) |
laut Allensbacher Markt und
Werbeträger-Analyse (AWA) und Marktanalyse (MA) |
Quelle: eigene Darstellung
(oben)
Formate
Bevor im
nächsten Kapitel über die Werbepreise und –kalkulation berichtet wird,
sollen im Vorfeld häufig ausgewählte Formate beschrieben werden.
In der Regel
bewerben die großen Werbetreibende Ihre Marken als 1/1 4c–Seite mit
Anschnitt. Dies ist eine vollständig bedruckte Seite mit vier Farben.
D.h. die Abkürzungen sw stehen für schwarz/weiß und c für colour die
folgende Zahl steht für die Anzahl der Farben. (und der Bruch steht für
die Anzeigengröße)
Zusätzlich
besteht für den Werbetreibende die Möglichkeit auf eine Umschlagseite zu
werben. Darunter ist die zweite, vorletzte und letzte Seite des Helft-
bzw. Magazinumschlages zu verstehen. Abgekürzt werden die Umschlagseiten
mit U2, U3 und U4. Jedoch ist das bewerben auf einer Umschlagseiten
teurer als eine klassische 1/1-Anzeige.
(oben)
Preise
Wie im
vorherigen Kapitel beschrieben existieren im Print-Bereich verschiedene
Anzeigenformate, -möglichkeiten. Entsprechend gibt es unterschiedliche (Anzeigen-)Preise.
Die Preise werden jährlich von den Mediahäusern in Form von Tariflisten
herausgegeben und stehen außerdem auf deren Homepage zum Download zur
Verfügung. Die Webpräsenz Planbasix erleichtert die Suche nach diesen
Tarifen.
Wie
unterschiedlich Tarife (1/1 4c) ausfallen können soll folgendes Beispiel
zeigen:
Titel Durchschnittlicher Preis
Brigitte 46.975
Pferde - Freunde fürs Leben 3.900
Jedoch ist
der Preis nur eine Seite der Medaille. Jedoch gibt erst der
Tausend-Kontakt-Preis Aufschluss über die tatsächlich erzielte Leistung.
(oben)
Rabattstaffel
Die Belegung
einer Einzellschaltung ist selten, in der Regel wird in einem
Werbeträger ein Flight, d.h. mehrere Schaltungen hintereinander,
gebucht.
(oben)
Malstaffel
Die
Rabattierung der Malstaffel richtet sich danach wie viele Anzeigen
gebucht wurden, wobei mit steigender Anzahl der Anzeigen die
Rabattierung höher ausfällt.
(oben)
Mengenstaffel
Die Mengenstaffel ist
auf ganze (1/1) Seiten ausgerichtet. So wird bei z.B. bei drei Anzeigen
in der „Brigitte“ drei Prozent Rabatt gutgeschrieben, bei der
Mengenstaffel schon bei der ersten Seite usw.
Die
folgende Abbildung zeigt die Mal- und Mengenstaffel der „Brigitte“ im
Vergleich. Besonders Interessant für Print-Controller ist die Belegung
von zwei 1/2 Anzeigen. Nach der Malstaffel unterliegen diese noch keiner
Rabattierung, jedoch sind zwei 1/2 Anzeigen eine Seite was
dementsprechend laut Mengenstaffel mit 3 Prozent rabattiert wird.
Mal-
und Mengenstaffel
|
Malstaffel |
|
Mengenstaffel |
|
ab 3
Anzeigen 3% |
|
ab 1 Seite
3% |
|
ab 6
Anzeigen 5% |
|
ab 3 Seiten
5% |
|
ab 12 Anzeigen
10% |
|
Ab 4 Seiten
6% |
|
ab 24 Anzeigen
15% |
|
ab 5 Seiten
7% |
|
ab 52 Anzeigen
20% |
|
ab 6 Seiten
8% |
|
|
|
ab 7 Seiten
9% |
|
|
|
ab 8 Seiten
10% |
|
|
|
… |
|
|
|
ab 30 Seiten
21% |
Quelle: eigene
Darstellung ZDF: Tarif Brigitte 2007
(oben)
Sonstige
Rabattformen
Eine weitere
bekannte Rabattstaffel ist die Umsatzstaffel die sich, wie der Name
schon sagt, an die Höhe der Umsätze richtet. Außerdem sind Nachlässe für
so genannte Ad Spezials (Beilagen, -heftern und –klebern) möglich wie
auch Kultur-Rabatte, Schieberecht-Rabatt u.a.
(oben)
Klassischer
Kalkulationsplan
Im Folgenden
wird der klassische Kalkulationsplan erklärt. Dieser ist für die Buchung
und Rabattierung der Ausgewählten Publikumszeitschriften erforderlich.
Die folgende Abbildung illustriert einen solchen vereinfachten
klassischen Kalkulationsplan.
klassischer Kalkulationsplan
|
Bruttopreis (Preis laut
Preisliste ohne Rabatte/Abzüge/Boni) |
|
5.850,00 € |
|
|
- Mengenrabatte lt. Verlag |
0,00% |
0,00 € |
|
|
= Kundennetto (1-fach Netto) |
|
5.850,00 € |
(n/-/-) |
|
- Agenturermäßigung (AE) |
15,00% |
877,50 € |
|
|
= Agenturnetto vor Skonto (2-fach
Netto) |
|
4.972,50 € |
(n/n/-) |
|
- Skonto |
2,00% |
99,45 € |
|
|
= Agenturnetto nach Skonto
(3-fach Netto) |
|
4.873,05 € |
(n/n/n) |
|
+ Agenturhonorar (auf Kundennetto) |
3,50% |
204,75 € |
|
|
|
|
5.077,80 € |
|
Quelle: eigene Darstellung
Wie schon im
oberen Teil erläutert, erhalten Werbetreibende bei einer bestimmten Anzahl von
Belegungen Rabatte gewährt. Dieser Rabatt ist in den jeweiligen Tarif zu finden
und wird vom Bruttopreis abgezogen. Das Ergebnis wird als Kundennetto bzw.
1-fach Netto (n/-/-) bezeichnet. Sofern eine Mediaagentur zwischengeschaltet ist
erhält der Werbetreibende zusätzlich eine Agenturermäßigung (AE) in Höhe von 15
Prozent vom Kundennetto. Dieses Ergebnis wird als Agenturnetto vor Skonto bzw.
als 2-fach Netto (n/n/-) bezeichnet. Abzüglich des Skonto, sofern dieses gewährt
wird, wird das Ergebnis als Agenturnetto bzw. dem 3-fach Netto (n/n/n)
bezeichnet. Auf dem Agenturnetto wird das verhandelte Agenturhonorar aufaddiert,
wobei das Honorar wie das Skonto individuell verhandelt wird und auf der Basis
Kundennetto berechnet wird.
Kombinationsangebote
Große
Werbetreibende Unternehmen, wie „Procter & Gamble“, „Unilever“ oder
„Volkswagen“, haben in Ihrem Portfolio unterschiedliche Marken, für die
jeweils einzelne Mediapläne existieren.
Eine weitere
Aufgabe für die Print-Controller ist die Prüfung von
Kombinationsangebote.
Kombinationsangebot von MVG Verlag (Auszug)
|
Kombinationen |
Einzeltitel |
Kombipreis |
durchschnittlicher Einzelbucherpreis |
Vorteil |
|
Kombinationspaket
|
COSMOPOLITAN |
|
26.500 |
|
|
JM-Frauenmegapowerkombi |
Joy |
|
21.900 |
|
|
|
Shape |
|
15.100 |
|
|
|
Celebrity |
75.200 |
16.500 |
-6,00% |
Quelle: eigene Darstellung
(oben)
Bruttoreichweite
Die
Bruttoreichweite ist die Summe aller Kontakte und wird in Millionen
ausgewiesen (Brutto-Kontakte).
Zur Bewertung von Medien wird auch mit Gross Rating Point
(GRP) gearbeitet.
Dieser bringt die Bruttoreichweite
in Prozent zum
Ausdruck (vgl. Löffler 2004, S. 84).

Ausführlicheres zu
den Reichweiten und Kontakten in Kloss Werbung 2003 auf Seite 226 ff.
und Werbecontrolling 2003 auf Seite 132 ff.
(oben)
Tausend-Kontakt-Preis
Der
Tausend-Kontakt-Preis
(TKP)
gibt an, wie hoch die Kosten sind, um 1.000 Kontakte in der Zielgruppe
zu erreichen. Berechnet wird der (TKP) aus dem Verhältnis der
Schaltkosten eines Werbeträgers uns den damit erreichen Kontakten (vgl.
Kloss 2003, S. 143 und SOM 2002). Die allgemeine Formel lautet:

Somit ist
der Tausend-Kontakt-Preis
als Maßstab für die
Rentabilität, Preiswürdigkeit oder
Wirtschaftlichkeit eines Mediums anzusehen. Aufschluss über die
tatsächlich erzielte Leistung liefert erst die ex post Kontrolle.
(oben)
Affinität
Neben der
Bewertung eines Medium spielt neben der Reichweite und dem
Tausend-Kontakt-Preis auch
die Größe der Streuverluste eine Rolle. Dabei wird der Anteil der
Nutzerschaft an der Zielgruppe des Mediums gemessen, d.h. wie viel
Prozent der Nutzerschaft des Mediums zur Zielgruppe gehören (vgl.
Schnettler / Wendt 2006, S. 84 f.).

Je
ausgeprägter die Affinität ist
desto geringer sind sie Streuverlusteund um so besser
wird die Zielgruppe abgedeckt. Jedoch sagt dieser Wert nur etwas über
den Anteil der Zielgruppe an der Werbeträgernutzerschaft aus. Ob die
Zielgruppe über- oder unterproportional vertreten ist wird nur durch den
Affinitäts-Index
zum Ausdruck gebracht
(vgl. Kloss 2003, S. 237). Dieser gibt den Strukturanteil der Zielgruppe
im Werbeträger
im Verhältnis zum Strukturanteil der Zielgruppe in der Grundgesamtheit an
(vgl. Kloss 2003, S. 146).

Ein Index
von 120 bedeutet beispielsweise, dass der Anteil der Zielgruppe in dem
betreffenden Medium um 20 Prozent höher liegt als in der
Gesamtbevölkerung (vgl. SOM 2002). D.h. ein hoher Affinitäts-Index ist
somit ein qualitativer Leistungswert
für die Mediaplanung.
(oben)
Rangreihe
Rangreihen
können nach verschiedenen Kriterien geordnet werden, wie Seitenformat,
Preiszone, Verlag, Erscheinungsweise, Erstverkaufstag uvm. Die gängigen
Ordnungskriterien sind:
-
Affinität
(Affinitätsindex)
-
Reichweite und
-
eventuell Indexsumme
welche im
Vorfeld erläutert wurden.
In
der Regel wird bei der Auswahl der Werbeträger so vorgegangen, dass alle
verfügbaren Medien der Werbeträgergattung (hier: 269
Publikumszeitschriften) nach Affinitäten sortiert
werden. Die Medien mit einen Affinitäts-Index
unterhalb des Schwellenwertes (hier: 120) werden aus der Rangreihe
ausgeschlossen. Bei der Zielgruppe Studenten bleiben nach der
Affinitäts-Sortierung 110 Werbeträger übrig. Diese reduzierte
Medienliste wird dann nach der Reichweite
sortiert und alle
Werbeträger die unter einem bestimmten Mindestwert (hier 2 Prozent)
liegen, werden auch ausgeschlossen. Bei den noch übrig gebliebenen 67
Werbeträgern erfolgt schließlich eine Sortierung nach dem
Tausend-Kontakt-Preis
(vgl. Schnettler / Wendt 2006, S. 165). Bei der Auswahl von Werbeträgern
besteht das Problem, dass ein Werbeträger z.B. eine hohe Reichweiteund
mittleren Tausend-Kontakt-Preis
hat, aber der Affinitäts-Index
einen geringen Wert hat. Jedoch wird auf alle drei Kriterien wert
gelegt. Hilfe schafft die Indexsumme, die alle drei Kriterien
gleichzeitig berücksichtigt. Die Indexsumme wird auch als Dreier-Index
bezeichnet (vgl. ebd. S. 92).
= Reichweitenindex + TKP-Index
+ Affinitäts-Index
Bei der
Indexsummeist jedoch zu
berücksichtigen das sich um einen Mittelwert handelt und dementsprechend
eine Auslese ohne die Indexsumme
vorzunehmen ist.
Rangreihe: Sortierung nach Affinitäts-Index
|
|
Medien
Werbeträger |
Euro pro
1.000
Kont. |
Reich-
weite
% |
Reich-
weite
Mio. |
Affi-
nität |
Index-
summe
Rw+Tkp+Affi |
|
|
|
|
1 |
Unicum Campus |
60,43 |
17,7 |
0,31 |
1.933 |
281 |
|
|
2 |
UniSpiegel |
59,74 |
12,1 |
0,21 |
1.483 |
233 |
|
|
3 |
UNICUM Beruf |
99,48 |
6,3 |
0,11 |
1.379 |
161 |
|
|
4 |
NEON |
86,78 |
9,3 |
0,16 |
889 |
158 |
|
|
5 |
UNICUM ABI |
307,15 |
2,4 |
0,04 |
567 |
60 |
|
|
6 |
Karriere |
342,46 |
2,3 |
0,04 |
546 |
56 |
|
|
7 |
Cicero |
243,54 |
2,7 |
0,05 |
468 |
61 |
|
|
8 |
FHM |
230,14 |
4,5 |
0,08 |
412 |
68 |
|
|
9 |
PRINZ |
232,25 |
5,0 |
0,09 |
401 |
70 |
|
|
10 |
InStyle |
191,49 |
6,5 |
0,11 |
379 |
81 |
|
|
11 |
GQ |
416,17 |
2,4 |
0,04 |
377 |
45 |
|
|
12 |
Coolibri gesamt |
392,34 |
1,8 |
0,03 |
357 |
42 |
|
|
13 |
Celebrity |
636,08 |
1,5 |
0,03 |
357 |
35 |
|
|
14 |
Spektrum der Wissenschaft |
189,63 |
2,9 |
0,05 |
356 |
63 |
|
|
15 |
JOLIE |
254,85 |
3,8 |
0,07 |
356 |
59 |
|
|
16 |
UMM Metropolen Connection |
394,43 |
7,1 |
0,12 |
354 |
66 |
|
|
17 |
GLAMOUR |
266,74 |
5,3 |
0,09 |
343 |
65 |
|
|
18 |
MAXIM |
441,41 |
2,3 |
0,04 |
343 |
42 |
|
|
19 |
VDI nachrichten Gesamtausgabe |
295,82 |
1,5 |
0,03 |
334 |
44 |
|
|
20 |
VIEW - Bilder des Monats |
229,50 |
3,2 |
0,06 |
329 |
58 |
|
|
21 |
spotlight |
259,98 |
2,2 |
0,04 |
324 |
50 |
|
|
22 |
PC Action |
161,10 |
2,5 |
0,04 |
314 |
65 |
|
|
23 |
CINEMA |
138,57 |
5,5 |
0,10 |
313 |
85 |
|
|
24 |
P.M. History |
152,11 |
3,0 |
0,05 |
309 |
69 |
|
|
25 |
Men's Health |
208,03 |
5,3 |
0,09 |
307 |
69 |
|
|
26 |
Young |
360,97 |
2,3 |
0,04 |
303 |
43 |
|
|
27 |
myself |
786,90 |
1,4 |
0,02 |
303 |
30 |
|
|
28 |
Shape |
539,23 |
1,6 |
0,03 |
292 |
34 |
|
|
29 |
INTOUCH |
329,94 |
2,1 |
0,04 |
290 |
43 |
|
|
30 |
WOM magazin |
215,58 |
2,9 |
0,05 |
284 |
56 |
|
AWA 2007 Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse
Zielgruppe: Studenten, Potenzial: 2,7 %, 570 Fälle, 1,76 Mio.
Vergleichs-Zielgruppe Gesamtbevölkerung Potenzial: 100 %, 21.058 Fällen,
64,82 Mio.
Rangreihe:
Sortierung nach Affinitäts-Index,
anschließend nach Reichweite
|
|
Medien
Werbeträger |
Euro pro
1.000
Kont. |
Reich-
weite
% |
Reich-
weite
Mio. |
Affi-
nität |
Index-
summe
Rw+Tkp+Affi |
|
|
|
|
1 |
Unicum Campus |
60,43 |
17,7 |
0,31 |
1.933 |
281 |
|
|
2 |
DER SPIEGEL |
170,13 |
17,4 |
0,31 |
193 |
126 |
|
|
3 |
stern |
186,12 |
15,8 |
0,28 |
135 |
112 |
|
|
4 |
TV Movie |
235,04 |
12,5 |
0,22 |
121 |
90 |
|
|
5 |
UniSpiegel |
59,74 |
12,1 |
0,21 |
1.483 |
233 |
|
|
6 |
GEO |
181,46 |
11,1 |
0,19 |
161 |
93 |
|
|
7 |
FOCUS |
236,58 |
10,8 |
0,19 |
145 |
83 |
|
|
8 |
NEON |
86,78 |
9,3 |
0,16 |
889 |
158 |
|
|
9 |
DIE ZEIT |
88,94 |
8,3 |
0,15 |
255 |
119 |
|
|
10 |
P.M. Magazin |
158,71 |
7,8 |
0,14 |
281 |
88 |
|
|
11 |
UMM Metropolen Connection |
394,43 |
7,1 |
0,12 |
354 |
66 |
|
|
12 |
Cosmopolitan |
214,45 |
7,0 |
0,12 |
282 |
75 |
|
|
13 |
COMPUTER BILD |
198,98 |
6,7 |
0,12 |
125 |
68 |
|
|
14 |
InStyle |
191,49 |
6,5 |
0,11 |
379 |
81 |
|
|
15 |
UNICUM Beruf |
99,48 |
6,3 |
0,11 |
1.379 |
161 |
|
Rangreihe: Sortierung nach Affinitäts-Index, anschließend nach
Reichweite,
anschließend nach Tausend-Kontakt-Preis
|
|
Medien
Werbeträger |
Euro pro
1.000
Kont. |
Reich-
weite
% |
Reich-
weite
Mio. |
Affi-
nität |
Index-
summe
Rw+Tkp+Affi |
|
|
|
|
1 |
UniSpiegel |
59,74 |
12,1 |
0,21 |
1.483 |
233 |
|
|
2 |
Unicum Campus |
60,43 |
17,7 |
0,31 |
1.933 |
281 |
|
|
3 |
NEON |
86,78 |
9,3 |
0,16 |
889 |
158 |
|
|
4 |
DIE ZEIT |
88,94 |
8,3 |
0,15 |
255 |
119 |
|
|
5 |
UNICUM Beruf |
99,48 |
6,3 |
0,11 |
1.379 |
161 |
|
|
6 |
COMPUTER BILD SPIELE |
120,07 |
5,8 |
0,10 |
145 |
84 |
|
|
7 |
CINEMA |
138,57 |
5,5 |
0,10 |
313 |
85 |
|
|
8 |
PC Games |
138,71 |
4,8 |
0,08 |
269 |
79 |
|
|
9 |
Tuning |
149,25 |
2,2 |
0,04 |
199 |
60 |
|
|
10 |
P.M. History |
152,11 |
3,0 |
0,05 |
309 |
69 |
|
|
11 |
CHIP |
153,23 |
5,8 |
0,10 |
241 |
78 |
|
|
12 |
c't magazin für computer technik |
155,85 |
4,6 |
0,08 |
278 |
74 |
|
|
13 |
P.M. Magazin |
158,71 |
7,8 |
0,14 |
281 |
88 |
|
|
14 |
PC Action |
161,10 |
2,5 |
0,04 |
314 |
65 |
|
|
15 |
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung |
163,92 |
3,3 |
0,06 |
204 |
62 |
|
|
16 |
DER SPIEGEL |
170,13 |
17,4 |
0,31 |
193 |
126 |
|
|
17 |
PC-WELT |
178,57 |
5,4 |
0,10 |
219 |
70 |
|
|
18 |
GEO |
181,46 |
11,1 |
0,19 |
161 |
93 |
|
|
19 |
stern |
186,12 |
15,8 |
0,28 |
135 |
112 |
|
|
20 |
Spektrum der Wissenschaft |
189,63 |
2,9 |
0,05 |
356 |
63 |
|
Das Problem
an Rangreihe liegt
an der Entscheidung der Gewichtung der Medialeistungswerte. Nach dem
Tausend-Kontakt-Preis liegt die „Neon“ auf Rangplatz 3, nach der
Affinität auf Platz 4, nach der Reichweite jedoch nur auf Platz 12. D.h.
das jeder Leistungswert für
sich genommen kein sinnvolles Auswahlkriterium ist. Reichweiteneigen nur die
Anzahl der erreichten Zielpersonen auf, Affinitäten die Nähe zum
Werbeträger und der Tausend-Kontakt-Preis
die Effizienz der
Werbeträger (vgl. Kloss 2003, S. 148).
(oben)
Literaturverzeichnis
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Unruhe im Schweigekartell, in Absatzwirtschaft – Marken 2006, S. 56 – 59
Schulz, Klaus-Peter (2003):
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Werbecontrolling. Konzept, Instrumente, Fallbeispiele, Gernsbach 2003
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Arbeitsbuch für die Aus- und Weiterbildung, Berlin 2006
Seufert, Wolfgang (2007):
Führen Größenvorteile auf Werbemärkten zur Medienkonzentration? Zum
theoretischen Gehalt der „Anzeigen-Auflagen-Spirale“, in: Friedrichsen, Mike /
Gläser, Martin / Hess, Thomas / Kruse, Jörn / Sjurts, Insa (Hrsg.)
Medienwirtschaft, Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie,
4. Jahrgang 2007, Seite 48 – 60
Kotler, Philip /
Bliemel, F (2001):
Marketing-Management, Analyse,
Planung und Verwirklichung, 10. Aufl. , Stuttgart 2001
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Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung, 9. Aufl., Wiesbaden
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Brecheis, D. (2005):
Werbung in der Medien- und Informationsgesellschaft: Eine
komunikationswissenschaftliche Einführung, Wiesbaden 2005
Kliment, T. (2005):
Quantitäten und Qualitäten in der Medienplanung – Stand und Problematik des
Intermediavergleiches, in: Seufert, W. / Müller-Lietzkow, J. (Hrsg.) Theorie und
Praxis der Werbung in den Massenmedien, Baden-Banden 2005, S. 29 – 34
(oben)
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