zurück zum Inhaltsverzeichnis

    Motive der Geldhaltung

    2.1 GELDNACHFRAGE ZU TRANSAKTIONSZWECKEN

    Geld dient in der VWL als universelles Tausch- und Zahlungsmittel, um wirtschaftliche Transaktionen, wie den Kauf von Waren und Dienstleistungen oder Zahlungen von Einkommen durchzuführen.

    Die Transaktionskasse (LT)  bildet sich durch Bargeld und Sichtguthaben (M1). Der Nachteil besteht darin das diese Anlageform i.d.R. keine Zinsen (r) einbringen. Die Opportunitätskosten dieser Geldhaltung steigen mit dem Zinssatz, dem Preis des Geldes. Deshalb sollte man nur soviel Geld in der Transaktionskasse belassen um die vorhersehbaren Zahlungen Abwickeln zu können. (Heertje, A.; S.235)

    (vgl. Abb. 2(a); S.17) Angenommen das die Unternehmen  am Monatsanfang die Einkommenszahlung (YHU) an die privaten Haushalte (H) leisten und diese das gesamte verfügbare Einkommen im Laufe des Monats für Güter und Dienstleistungen wieder verausgaben. Während der Geldbestand der privaten Haushalte sinkt nimmt der Kassenbestand der Unternehmen spiegelbildlich zu, wie in einem geschlossenen Kreislauf.

    Die Geldnachfrage zu Transaktionszwecken entspricht der Höhe der Einkommenszahlungen.

    Die Kassenhaltung bei Unternehmen und Haushalten ist im Monatsdurchschnitt halb so hoch wie die Einkommenszahlung. Deshalb entspricht die Nachfrage der Transaktionskasse an jedem Tag des Monats genau der Höhe der Einkommen. In diesem Modell führt jede Einkommenserhöhung zu einer proportionalen Erhöhung des Kassenbestandes bei Unternehmen und Haushalten und somit zur Erhöhung der Geldnachfrage (L).

    „Die Höhe der Geldnachfrage zu Transaktionszwecken ist abhängig von der Häufigkeit der Einkommenszahlungen während einer Zeitperiode.“ (vgl. Abb. 2(b); Anhang S.17)

    Wird das Monatseinkommen als Wochenlohn (YWo) ausgezahlt, so bleibt das Monatseinkommen zwar konstant (YM = YWo
    · 4), jedoch sinkt die Transaktionskasse bei Unternehmen und Haushalten auf die Höhe der Wochenlöhne. (Herdes H.-D.; S.441ff)

     

     

    In der Annahme, dass zw. dem Transaktionsvolumen einer Volkswirtschaft und dem Volkseinkommen eine stabile Beziehung  besteht, ist die Geldnachfrage zu Transaktionszwecken von der Höhe des realen Volkseinkommen abhängig (vgl. Abb. 3; S.18), aber auch das reale Bruttosozialprodukt ist ein wichtiger Faktor der Transaktionskasse. (vgl. Kap. 3.2 S.13)

    LT = LT (Y)

    „Die Transaktionshäufigkeit des Geldes wird auch als Geldumlaufgeschwindigkeit (v) bezeichnet. Je größer die Umlaufgeschwindigkeit (v) des Geldes im Einkommenskreislauf, desto geringer wird der Bedarf an Transaktionskasse.

    LT = 1/v · Y
    v = (Y · P) / M

    Die Geldnachfrage zu Tranaktionszwecken variiert proportional mit dem Volkseinkommen, deshalb wird in der Bestimmungsgleichung ein Kassenhaltungskoeffizient (k) aufgeführt. (vgl. Abb. 3; S.18)

     


     

    Die Geldumlaufgeschwindigkeit ist eine These von Quantitätstheoretikern.

    Demzufolge gilt die Quantitätsgleichung welche eine Identität ist, d.h. „immer wahr“ per Definition.

    M · V = P · Y
    M = k · Y · P

    „Ein Gleichgewicht von Geldnachfrage und –angebot lässt sich zur Bestimmung des Preisniveaus (P) verwenden.“

    M = L
    M = k · Yr · P                                                                                (Herdes H.-D.; S.441ff)

    Die Transaktionskasse ist nicht abhängig vom Zinssatz. (vgl. Abb.4 S.18)
     

    (oben)


    drucken           vollständige Arbeit     Download

     

    [Home] [Forschung] [Projekte] [Publikationen] [Galerie] [Kontakt] [Impressum] [Sitemap]

www.muszalik.com