2.3 GELDNACHFRAGE ZU SPEKULATIONSZWECKEN
Geld dient nicht nur als Zahlungsmittel, es
hat noch die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel und erbringt somit Ihrem
Besitzer einen Ertrag wie z.B. langlebige Konsumgüter wie Grundstücke, Gebäude
und Maschinen die zu Erträgen aus Vermietung führen, Anleihen und Pfandbriefe
führen zu Zinserträgen und Aktienbesitz zu Dividenden.
Statt zinsloser Geldhaltung können die
Haushalte und Unternehmen andere Ertragbringenden Anlagen vorziehen.(Herdes H.-D.; S.445ff)
Dementsprechend ist die Wertbeständigkeit des
Geldes notwendige Bedingung dafür, dass es als Geld akzeptiert wird.(Baßeler U.; S.489)
Unterstellen wir, dass es in der Zukunft nur
zwei Möglichkeiten der Vermögensanlage gibt:
die Haltung von Geld oder Erwerbung von
festverzinslichen Wertpapieren mit unendlich langer Laufzeit. Die Haltung von
Geld ist zinslos und somit risikolos, Wertpapiere erbringen Zinserträge (r)
jedoch muss mit Verlusten gerechnet werden, weil der Wertpapierkurs sinken kann.
Für ein festverzinsliches Wertpapier erhält
man einen festen jährlichen Zins (r). Relevant ist der effektive Zinssatz,
welcher die Höhe der Zinsen in Relation zum Wertpapier angibt, der zum Zeitpunkt
des Kaufes zu zahlen ist.(Herdes H.-D.;
S.445ff)

Ist der reelle Zinssatz höher als der
nominale Zinssatz, so wird damit gerechnet das der Zinssatz sinkt und der
Wertpapierkurs steigt. In diesem Fall ist die Geldhaltung in Wertpapieren
vorzuziehen, weil neben den Zinsen auch Kursgewinne zu erwarten sind.
Ist der aktuelle Zinssatz niedriger als der
nominale Zinssatz, so wird damit gerechnet das der Zinssatz steigt und der
Wertpapierkurs singt. In diesem Fall ist die Geldhaltung in Wertpapieren
abzuraten, weil Kursverluste zu erwarten sind.
Da sich dieser Teil der volkswirtschaftlichen
Geldnachfrage auf spekulative Erwartungen richtet wird er als Geldnachfrage zu
Spekulationszwecken oder Spekulationskasse bezeichnet.
Die Geldnachfrage zu Spekulationszwecken ist
vom Zinssatz abhängig.
LS
= LS(i)
Wenn dem Zinssatz eine Mindesthöhe gegeben
würde, dann würde man Geld nur noch in der Spekulationskasse halten, weil kaum
noch mit Kurssteigerungen der Wertpapiere gerechnet wird und niemand bereit ist,
Wertpapiere zu kaufen, sondern das Geld zu halten um auf einen Kursrückgang zu
spekulieren. Die Nachfrage nach Spekulationskasse wird dann unendlich
zinselastisch. (vgl. Abb. 5; S.19)
Die Summe der Geldnachfrage zu
Transaktionszwecken inkl. Vorsichtskasse und der Geldnachfrage zu
Spekulationszwecken ergibt die volkswirtschaftliche Geldnachfrage (L).
Entscheidende Einflussfaktoren für die Höhe der Kassenhaltung sind das
Volkseinkommen und der Zinssatz.
(Herdes H.-D.; S.445ff)
L = LT(Y) + LS(i)
L = L(Y,i)

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