1.5. Planungsvorgänge
Bevor das
Unternehmen eine Balanced Scorecard erstellt, kann es zwischen drei
Planungsrichtungen wählen. Die retrograde Planung, oder auch top-down-Planung
genannt, beschreibt den Planungsweg von oben nach unten. Hierbei arbeitet die
oberste Führungsebene die Zielvorstellungen sowie die passenden Rahmendaten aus
und legt die entsprechenden Bedingungen fest. Dabei entfallen zeitraubende
Koordinierungsarbeiten, aber die Akzeptanz der untergeordneten Ebene kann stark
leiden, weil sie eigentlich nicht an der Planung beteiligt waren. Dies kann nur
eine intensive Kommunikation von oben vermeiden.
Im Gegensatz
dazu beginnt die progressive Planung (bottom-up-Planung) auf den unteren
hierarchischen Ebenen. Die Vorteile liegen hierbei in der Motivation der
Mitarbeiter, die an der Planung des Projekts beteiligt sind. Dagegen kann sich
diese Planungsrichtung negativ auswirken, wenn vom Top Management keine
Zielvorgaben gemacht werden.
Die dritte
Planungsrichtung ist das Gegenstromverfahren. Zuerst fällt die oberste
Führungsebene die Grundsatzentscheidungen und legt die vorläufigen strategischen
Ziel- und Maßnahmenpläne fest (top-down-Planung). Danach setzt eine konkret
werdende Planung nach dem bottom-up-Verfahren ein
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 61 f.).
Ursprünglich
folgt der Planungsprozess des Balanced Scorecard- Konzeptes von Kaplan/Norton
dem top-down-Ansatz (vgl.
Gilles, 2002, Seite 63).
Die Aufgabe des Top Managements ist nämlich die Entwicklung einer Vision, die
Formulierung der Mission und die Ableitung der Unternehmensstrategie aus diesen
Elementen der BSC (vgl. Ehrmann, 2002, Seite 61 f.).
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