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Motive
der Geldhaltung (bei
Amazon)
bei: Prof. Dr. Barbara Döhle
von:
Chris Muszalik
1 GRUNDLAGEN
1.1 GELDFUNKTION
Im Laufe der Geschichte wurden verschiedene Güter als Geld verwendet (Muscheln,
Salz, Gold, Bier u.v.m.). Diese Güter sollten mindesten vier Eigenschaften
besitzen:
Knappheit, Teilbarkeit, Gleichwertigkeit und Haltbarkeit. (Herdes H.-D; S.420)
Als die Menschen sesshaft wurde begann der Übergang vom Naturaltausch zur
Geldwirtschaft, mit der Entwicklung des Handelsverkehrs und der Arbeitsteilung
entstand das Medium Geld und zwar in Form von Münzen, private und staatliche
Banknoten sowie Giralgeld (D).
Zahlungsmittel sind ausschließlich Münzen und Banknoten die von der Europäischen
Zentralbank (EZB) emittiert werden.
(Arentzen U; S.387)
Geld hat drei ökonomische Funktionen zu erfüllen:
als Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrung. (Herdes H.-D; S.420)
Als heutiges Geld kennen wir: Bargeld (BG) (Münzen und Banknoten), Buch- oder
Giralgeld (D) (Sichteinlagen), Quasigeld; sind Vermögensgegenstände, die sich
leicht in Bargeld transformieren lassen und die Tendenz geht zu „electronic
money“ wie z.B. EC, VISA und MASTER-Card.
(oben)
1.2 GELDMENGEN IM EURO-WÄHRUNGSGEBIET
„Geld übt bestimmte Funktionen aus und Geld hat bestimmte Wirkungen. In diesem
Sinn ist die Geldmenge (M) ein analytisches Konzept, ein Konzept, welches zur
Erklärung der Wirkung des Geldes und als Zielgröße der Geldpolitik herangezogen
wird.“ Diese Geldmenge (M) genau abzugrenzen ist, ist eine Frage der
analytischen und geldpolitischen Zweckmäßigkeit, die bislang nicht gültig
geklärt ist.(Baßeler U.; S.456)
In der Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) werden drei
Geldmengenkonzepte abgegrenzt (vgl. Abb.1; S.17), die nach dem Liquiditätsgrad
unterschieden werden:
-
eine eng gefasste Geldmenge M1 (=
Bargeld BG + Giralgeld D)
-
eine mittlere Geldmenge M2 (= M1 +
Termineinlagen TE)
-
eine weit gefasste Geldmenge M3 (= M2 +
SE)

(oben)
1.3 EUROPÄISCHE ZENTRALBANK
Mit Einführung des Eurosystems, bildete sich die EZB aus den nationalen
Zentralbanken des Euro-Währungsraums zusammen. Zum 1.Juli 1998 würde sie, in
Frankfurt am Main gegründet und ist Nachfolgerin des Europäischen
Währungsinstitutes (EWI).
Sie trägt die Gesamtverantwortung das alle Aufgaben im Eurosystem erfüllt werden
und handelt wie die Deutsche Bundesbank die schon als Modell diente; politisch
unabhänig, Wirtschaftspolitik unterstützen, jedoch vorrangig die Ziele der
Geldpolitik zuverfolgen zur Gewährleistung der Preisstabilität, d.h., den Wert
des Euros zu sichern.
Am 31. Dezember 1998 wurde mit dem Euro eine eigenständige Währung, mit festen
Wechselkursen für aller Teilnehmerstaaten eingeführt. Seit dem 1. Januar 1999
sind eigenständige nationale Währungen nur eine Untereinheit des Euro. Bis zum
31.Dezember 2001 war der Euro nur als Buchgeld verfügbar und erst ab dem 1.
Januar 2002 ist er als Bargeld verfügbar und damit alleiniges gesetzliches
Zahlungsmittel im Euroraum.
Die geldpolitische Strategie für die Preisstabilität besteht aus drei Elementen:
Quantitatve Definition von Preisstabilität,
Publizierter Referenzwert für die Geldmengenentwicklung und einer auf breiter
Basis beruhenden Beurteilung der Preisentwicklung.(Heertje, A.; S.224)
Abweichend werden Beschlüsse über Erhöhung des Kapitals der EZB, Veränderung der
Kapitalanteile, Übertragung von Währungsreserven auf die EZB, Verteilung der
Einkünfte der EZB durch Vermögenswerte u.a. nach den Anteilen der nationalen
Zentalbanken am gezeichneten Kapital der EZB gewichtet. (Baßeler U.; S.460)
(oben)
1.4 BUTTOINLANDSPRODUKT
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Wert aller Güter, die innerhalb eines
bestimmten Zeitraumes in einem Land erzeugt werden. Dazu gehören auch Güter,
die von Ausländern und ausländischen Unternehmen (U) erstellt werden, die im
Inland ansässig sind. Das BIP spiegelt die gesamte wirtschaftliche Leistung
eines Landes wider. Bei internationalen Vergleichen dient es oft als Gradmesser
für die wirtschaftliche Leistungskraft der einzelnen Länder.(Microsoft® Encarta®)
BIP = P
· Y = das
Volumen einer Waren- und Dienstleistungsproduktion einer Wirtschaft
oder genauer
BIPM
= CH + CSt + Ib + (EX – Im)
BIPM
= Konsum von Haushalten und Staat und Bruttoinvestion sowie der Differenz von
Export minus Import.
(oben)
2 DIE GELDNACHFRAGE
„Nach Keynes
lassen sich, das Transaktionsmotiv, das Vorsichtsmotiv und das Spekulativmotiv
als Motive der Geldhaltung für Haushalte und Unternehmungen unterscheiden“(Heertje, A.; S.235)
(oben)
2.1 GELDNACHFRAGE ZU TRANSAKTIONSZWECKEN
Geld dient in der VWL als universelles Tausch- und Zahlungsmittel, um
wirtschaftliche Transaktionen, wie den Kauf von Waren und Dienstleistungen oder
Zahlungen von Einkommen durchzuführen.
Die Transaktionskasse (LT) bildet sich durch Bargeld und
Sichtguthaben (M1). Der Nachteil besteht darin das diese Anlageform i.d.R. keine
Zinsen (r) einbringen. Die Opportunitätskosten dieser Geldhaltung steigen mit
dem Zinssatz, dem Preis des Geldes. Deshalb sollte man nur soviel Geld in der
Transaktionskasse belassen um die vorhersehbaren Zahlungen Abwickeln zu können.(Heertje, A.; S.235)
(vgl. Abb. 2(a); S.17) Angenommen das die Unternehmen am Monatsanfang die
Einkommenszahlung (YHU) an die privaten Haushalte (H)
leisten und diese das gesamte verfügbare Einkommen im Laufe des Monats für Güter
und Dienstleistungen wieder verausgaben. Während der Geldbestand der privaten
Haushalte sinkt nimmt der Kassenbestand der Unternehmen spiegelbildlich zu, wie
in einem geschlossenen Kreislauf.
Die Geldnachfrage zu Transaktionszwecken entspricht der Höhe der
Einkommenszahlungen.
Die Kassenhaltung bei Unternehmen und Haushalten ist im Monatsdurchschnitt halb
so hoch wie die Einkommenszahlung. Deshalb entspricht die Nachfrage der
Transaktionskasse an jedem Tag des Monats genau der Höhe der Einkommen. In
diesem Modell führt jede Einkommenserhöhung zu einer proportionalen Erhöhung des
Kassenbestandes bei Unternehmen und Haushalten und somit zur Erhöhung der
Geldnachfrage (L).
„Die Höhe der Geldnachfrage zu Transaktionszwecken ist abhängig von der
Häufigkeit der Einkommenszahlungen während einer Zeitperiode.“ (vgl. Abb. 2(b);
Anhang S.17)
Wird das Monatseinkommen als Wochenlohn (YWo) ausgezahlt, so bleibt
das Monatseinkommen zwar konstant (YM = YWo
·
4), jedoch sinkt die Transaktionskasse bei Unternehmen und Haushalten auf die
Höhe der Wochenlöhne.(Herdes H.-D.;
S.441ff)

In der Annahme, dass zw. dem
Transaktionsvolumen einer Volkswirtschaft und dem Volkseinkommen
eine stabile Beziehung besteht, ist die Geldnachfrage zu
Transaktionszwecken von der Höhe des realen Volkseinkommen abhängig
(vgl. Abb. 3; S.18), aber auch das reale Bruttosozialprodukt ist ein
wichtiger Faktor der Transaktionskasse. (vgl. Kap. 3.2 S.13)
LT = LT (Y)
„Die
Transaktionshäufigkeit des Geldes wird auch als Geldumlaufgeschwindigkeit (v)
bezeichnet. Je größer die Umlaufgeschwindigkeit (v) des Geldes im
Einkommenskreislauf, desto geringer wird der Bedarf an Transaktionskasse.“
LT = 1/v
·
Y
v = (Y
·
P) / M
Die Geldnachfrage zu Tranaktionszwecken variiert proportional mit dem Volkseinkommen, deshalb wird in
der Bestimmungsgleichung ein Kassenhaltungskoeffizient (k) aufgeführt. (vgl.
Abb. 3; S.18)

Die Geldumlaufgeschwindigkeit ist eine These
von Quantitätstheoretikern.
Demzufolge gilt die
Quantitätsgleichung welche eine Identität ist, d.h. „immer wahr“ per Definition.
M
· V = P
·
Y
M = k
· Y
· P
„Ein Gleichgewicht
von Geldnachfrage und –angebot lässt sich zur Bestimmung des Preisniveaus (P)
verwenden.“
M = L
M = k
· Yr
· P
(Herdes H.-D.; S.441ff)
Die Transaktionskasse ist nicht abhängig vom
Zinssatz. (vgl. Abb.4 S.18)

(oben)
2.2 GELDNACHFRAGE NACH VORSICHTKASSE
Das Vorsichtsmotiv dient der individuellen
Vorsoge, falls unvorhergesehene Zahlungsverpflichtungen auftreten und wird durch
Sparen gebildet, d.h. das sich die Vorsichtkasse aus der Transaktionskasse
bildet. Die Höhe der nachgefragten Menge nach Geld in der Vorsichtskasse hängt
von der Höhe des geltenden Zinses ab.
denn mit der Höhe des Zinses (i) steigen auch
die Opportunitätskosten, die man für nicht angelegtes Geld zu berechnen hat.
Auch die Höhe des Einkommens ist ein
wichtiger Faktor, denn ist das Einkommen hoch, so kann man sich es leisten, mehr
Geld in der Kasse zu halten.(Hanusch
H.; .339)
Die Entscheidung Geld in der Vorsichtkasse zu
halten, hängt von der Risikofreudigkeit der Wirtschaftssubjekte ab. Risikoscheue
Anleger würden schon bei kleinen Kurssenkungen ihr Vermögen risikolos (und
zinslos) halten andere ein Teil in Wertpapieren usw.
Die Geldnachfrage hängt von vielen
verschiedenen Faktoren ab, die immer etwas anders gewichtet werden. Es bleibt
immer eine Abhängigkeit der Geldnachfrage von den Zahlungssitten, vom Einkommen
und Vermögen, von den Preisen, von der Preis- und Kurserwatung und von der
Renditeerwartung und von den Kosten und Mühen der Geldanlage.
Diese Zusammenhänge werden vereinfacht:
„Es werden konstante Zahlungssitten
unterstellt. Der Einfluss von Einkommen, Vermögen und Preisen wird
zusammengefasst und man stellt auf das reale Volkseinkommen in Form des realen
Bruttoinlandsproduktes und das Preisniveau als zentrale Determinanten der
Geldnachfrage ab. Schließlich wird, bei gegebenen Kosten und Mühen der
Geldnachfrage, nur eine Alternativanlage in Form festverzinslicher Wertpapiere
berücksichtigt. Damit reduziert sich die Preis-, Kurs- und Renditeerwartungen
auf den Zins der möglichen Geldanlage.“(Baßeler U.; S.490)
L = L(Y,
P, i)
-
steigendem Einkommen
(Y) à
Geldnachfrage (L) nimmt zu
-
steigendem Preis (P)
à
Geldnachfrage (L) nimmt zu
-
sinkenden Zinsen (i)
à
Geldnachfrage (L) nimmt ab
(oben)
2.3 GELDNACHFRAGE ZU SPEKULATIONSZWECKEN
Geld dient nicht nur als Zahlungsmittel, es
hat noch die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel und erbringt somit Ihrem
Besitzer einen Ertrag wie z.B. langlebige Konsumgüter wie Grundstücke, Gebäude
und Maschinen die zu Erträgen aus Vermietung führen, Anleihen und Pfandbriefe
führen zu Zinserträgen und Aktienbesitz zu Dividenden.
Statt zinsloser Geldhaltung können die
Haushalte und Unternehmen andere Ertragbringenden Anlagen vorziehen.(Herdes H.-D.; S.445ff)
Dementsprechend ist die Wertbeständigkeit des
Geldes notwendige Bedingung dafür, dass es als Geld akzeptiert wird.(Baßeler U.; S.489)
Unterstellen wir, dass es in der Zukunft nur
zwei Möglichkeiten der Vermögensanlage gibt:
die Haltung von Geld oder Erwerbung von
festverzinslichen Wertpapieren mit unendlich langer Laufzeit. Die Haltung von
Geld ist zinslos und somit risikolos, Wertpapiere erbringen Zinserträge (r)
jedoch muss mit Verlusten gerechnet werden, weil der Wertpapierkurs sinken kann.
Für ein festverzinsliches Wertpapier erhält
man einen festen jährlichen Zins (r). Relevant ist der effektive Zinssatz,
welcher die Höhe der Zinsen in Relation zum Wertpapier angibt, der zum Zeitpunkt
des Kaufes zu zahlen ist.(Herdes H.-D.;
S.445ff)

Ist der reelle Zinssatz höher als der
nominale Zinssatz, so wird damit gerechnet das der Zinssatz sinkt und der
Wertpapierkurs steigt. In diesem Fall ist die Geldhaltung in Wertpapieren
vorzuziehen, weil neben den Zinsen auch Kursgewinne zu erwarten sind.
Ist der aktuelle Zinssatz niedriger als der
nominale Zinssatz, so wird damit gerechnet das der Zinssatz steigt und der
Wertpapierkurs singt. In diesem Fall ist die Geldhaltung in Wertpapieren
abzuraten, weil Kursverluste zu erwarten sind.
Da sich dieser Teil der volkswirtschaftlichen
Geldnachfrage auf spekulative Erwartungen richtet wird er als Geldnachfrage zu
Spekulationszwecken oder Spekulationskasse bezeichnet.
Die Geldnachfrage zu Spekulationszwecken ist
vom Zinssatz abhängig.
LS
= LS(i)
Wenn dem Zinssatz eine Mindesthöhe gegeben
würde, dann würde man Geld nur noch in der Spekulationskasse halten, weil kaum
noch mit Kurssteigerungen der Wertpapiere gerechnet wird und niemand bereit ist,
Wertpapiere zu kaufen, sondern das Geld zu halten um auf einen Kursrückgang zu
spekulieren. Die Nachfrage nach Spekulationskasse wird dann unendlich
zinselastisch. (vgl. Abb. 5; S.19)
Die Summe der Geldnachfrage zu
Transaktionszwecken inkl. Vorsichtskasse und der Geldnachfrage zu
Spekulationszwecken ergibt die volkswirtschaftliche Geldnachfrage (L).
Entscheidende Einflussfaktoren für die Höhe der Kassenhaltung sind das
Volkseinkommen und der Zinssatz.
(Herdes H.-D.; S.445ff)
L = LT(Y) + LS(i)
L = L(Y,i)

(oben)
3 VERÄNDERUNG DER GELDNACHFRAGE DURCH …
In diesem Abschnitt
wird nochmals erklärt wie sich die Geldnachfrage verändert (Ceteris paribus), wenn sich das
Inlandsprodukt, das Preisniveau und der Zinssatz ändert. Teilweise wurde dies
schon im vorherigen Abschnitt verbal verständlich gemacht.
(oben)
3.1 … ÄNDERUNG DES ZINSSATZES
Die Transaktionskasse bildet i.d.R.
keine Zinseinnahmen. Ist der Zinssatz niedrig, werden Wirtschaftssubjekte auch
ihr Geld in der Transaktionskasse halten, wenn nun die Zinsen oder Renditen von
Wertpapieren steigen, dann werden Wirtschaftssubjekte ihre Kassenhaltung
ökonomisieren, d.h. ihr Vermögen länger und im größeren Umfang in verzinslicher
Form halten.
Auch die Spekulationskasse wird
ökonomisiert, wenn ceteris paribus der Verzicht auf Zinseinnahmen durch
steigende Zinsen größer wird. Hierzu kommt, dass die Erwartungen in der
Spekulationskasse über Kursentwicklungen in systematisierbarer Weise beeinflusst
werden.
Bei niedrigen Zinsen lohnt sich die
Haltung von Geld in der Spekulationskasse aus zwei Gründen: weil die
Opportunitätskosten gering sind und weil Kurssenkungen erwartet werden.
Für die Vorsichtkasse gibt es eine
Portfoliotheorie welches von der Risikofreudigkeit des Wirtschaftssubjektes
abhängig ist um für ihn eine optimale Kombination von Rendite und Risiko in
seiner Vermögensanlage zu haben. Durch Zinsänderungen wird das kalkulierte
Gleichgewicht gestört:
Resümee
Die Geldnachfrage ist Zinsabhängig.
„Sie nimmt bei gegebenen Einkommen, bei gegebenem Vermögen, bei gegebenen
Zahlungssitten und bei gegebenen Erwartungen mit steigenden Zins ab.“ (vgl.
Abb.6; S.19)

(oben)
3.2 … ÄNDERUNG DES BRUTTOINLANDPRODUKTS
Wirtschaftssubjekte halten Geld
ausschließlich in der Funktion als Zahlungsmittel. Also in der
Transaktionskasse. Die wichtigste Variable der Transaktionsnachfrage, ist die
Höhe des Bruttoinlandproduktes. Je größer das Bruttoinlandprodukt ist, umso
höher wird die Geldnachfrage sein um Transaktionen abzuwickeln. Sinkt das
Bruttoinlandsprodukt so geht die Nachfrage nach Geld für wirtschaftliche
Transaktionen zurück.
ð
Hohes BIP
à hohe Nachfrage nach
Geld zu Transaktionszwecken (LT)
ð
Niedriges BIP
à Geringe Nachfrage
nach Geld zu Transaktionszwecken (LT)
(Hanusch H.; .337)
Beispiel beim Gleichgewicht von Geldnachfrage
und –menge.
Geg.:
v = 4
à k =
¼
Y
· P =
100 ·
1 à
BIP = 100
ð
M = 25
Wenn nun das Bruttosozialprodukt unter
Ceteris paribus doppelt so hoch ist, also 200 dann wird sich die Geldmenge bzw.
Geldnachfrage verdoppeln.
Diese Veränderung muss auch bei der
Geldnachfrage zu Transaktionszwecken (LT) zustande kommen. Dazu wird
die Formel der Umlaufgeschwindigkeit nach der Geldmenge umgestellt.
LT
= 1/v
·
Y
v = (Y
·
P) / M
M = (Y
·
P) / v
25 = 100 / 4
50 = 200 / 4
Es ist ersichtlich,
dass sich die Transaktionskasse bei gleicher Veränderung des
Bruttoinlandsprodukts genauso wie die Geldnachfrage verdoppelt.
(oben)
3.3 … ÄNDERUNG DES PREISNIVEAUS
Die Konsumnachfrage wird durch das verfügbare
Einkommen bestimmt. Dementsprechend wird bei der Veränderung des Preisniveaus
wieder die Transaktionskasse verändert. Die Variable P (Preisniveau) ist ein
wichtiger Bestandteil des Bruttosozialproduktes, dessen Veränderung im Kapitel
3.2 beschrieben wurde.
BIP = (Y
·
P)
Preise verhalten sich kurzfristig starr, für
dieses Beispiel wird der Preis für ein besseres Verständnis verdoppelt.
Angenommen das Volkseinkommen Y = 50 und das Preisniveau P = 2 so würde das
Bruttosozialprodukt BIP = 100 ergeben, wenn die Umlaufgeschwindigkeit v = 4 ist,
dann ist die Geldmenge wie im Beispiel von 3.2 M = 25.
Würde man das Preisniveau über Nacht
verdoppeln, so würden sich unter gegebenen Umständen auch das
Bruttosozialprodukt und die Nachfrage nach Geld zu Transaktionszwecken
verdoppeln.
(oben)
3.4 DIE LM-KURVE
Die LM-Kurve ist die
Geldgleichgewichtsfunktion, die sich aus der Geldnachfragefunktion (L) und der
Geldmengenfunktion (M) ergibt. Die Nachfragefunktion hat eine negative Steigung
und die Angebotsfunktion eine positive. An dem Punkt wo sich Angebot und
Nachfrage scheiden, herscht ein Gleichgewicht M = L. Dieses Gleichgewicht als
Funktion heißt dann LM-Funktion welche wie eine Angebotsfunktion eine positive
Steigung hat.
Die LM-Kuve wird des weiteren in
verschiedenen Bereichen unterteilt: (vgl. Abb.7; S.20)
In der keynesianischen Liquiditätsfalle wo
der Zinssatz nicht weiter sinken kann,
im Normalbereich wo die Funktion eine
positive Steigung hat
und der klassische Bereich wo die Zinsen so hoch
sind das Geld nur noch zu Transaktionszwecken gehalten wird.

(oben)
QUELLENNACHWEIS
Arentzen U.:
Gabler-Volkswirtschafts-Lexikon,
3. Aufl., Bd. 1, Wiesbaden, 1997
Baßeler U.:
Grundlagen und Probleme der
Volkswirtschaft, 17. Aufl., Stuttgart, 2002
Hanusch H., Kuhn T., Cantner U.:
Volkswirtschaftslehre 1, 5. Aufl., Berlin, Heidelberg, 2000
Heertje, A.:
Volkswirtschaftslehre, 6. Aufl.,
Verl. Springer, 2001
Herdes H.-D.:
Grundzüge der
Volkswirtschaftslehre, 7. Aufl., München Wien, 2000
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