Kostenermittlung eines Assessment-Center
Häufig stellen sich Unternehmen die Frage, wie
hoch die Kosten für die Durchführung eines Assessment-Centers sind
und ob es gegebenenfalls sinnvoller ist, dieses von einem externen
Dienstleister ausführen zu lassen.
Jedoch entstehen die Kosten nicht erst am Tage des
Assessment-Centers beziehungsweise am Bewerbertag, sondern schon
vorher, wo man sich für ein Assessment-Center entschieden hat.
Sofern sich ein Unternehmen für ein Assessment-Center entschieden
hat, z.B. für die Einstellung von Trainees, so wird von der
Personalabteilung eine Stellenausschreibung angefertigt. Eine
Stellenbeschreibung für die externe Ausschreibung in Tageszeitungen
und Jobbörsen und eine für interne Zwecke, die detaillierte
Informationen darstellt, um die erste Vorauswahl treffen zu können.
Genau ab diesem Zeitpunkt entstehen die ersten Kosten für das
Vorbereiten eines Assessment-Centers.
Dazu zählen nicht nur die Kosten für die Schaltung des
Stellenangebotes, sondern auch der Personal- und Zeitaufwand, der
für die Vorbereitung notwendig ist. Der Personal- und Zeitaufwand
wird als Manntag, Personentag oder Bearbeitertag bezeichnet und wird
mit 8 Personenstunden berechnet.
Nachdem die Stellenausschreibung veröffentlicht wurde und die ersten
Bewerbungen eingetroffen sind, kann schon eine Vorauswahl getroffen
werden. Dazu sind die Bewerbungen zu sichten und entsprechende
Absageschreiben zu formulieren und zu versenden.
Parallel dazu sollte das Assessment-Center schon terminiert sein und
intern an alle Beteiligten kommuniziert worden sein. Zu den
Beteiligten gehören meistens Personen aus der Personalabteilung, aus
dem jeweiligen Fachbereich wie Abteilungsleiter und aus der
Geschäftsführung sowie Probanden.
Des Weiteren ist das Assessment-Center zeitlich und räumlich zu
organisieren und zu koordinieren, damit ein reibungsloser Ablauf
gewährleistet werden kann. Auch die Beteiligten müssen auf das
Assessment-Center geschult werden, um eine Objektivität in die
Bewertung einfließen lassen zu können.
Nachdem der Einsendeschluss vorbei ist, ist aus den vorbehaltenden
Bewerbungen eine weitere Selektion durchzuführen und abermals
Antwortschreiben zu verschicken. Unter denjenigen Bewerbern, die in
die engere Auswahl gekommen sind, ist nun ein Telefoninterview
durchzuführen, um den ersten persönlichen Kontakt herzustellen und
somit auch geeignete Softskills zu erfahren.
Unter den Bewerbern, mit denen ein Telefoninterview geführt wurde,
ist eine weitere Selektion durchzuführen und wieder Absagen zu
versenden und jene, die es weiter geschafft haben, darüber zu
informieren, dass sie zum Assessment-Center geladen werden. Meist
wird mit der Einladung noch eine weitere Aufgabe im Vorfeld
verlangt, die Bestandteil des Assessment-Centers sein wird. Als
Beispiel für eine solche Aufgabe:
Bitte entwickeln Sie eine Idee für ein Projekt, mit dem ein
Controller bei der FIRMA konfrontiert werden könnte.
Stellen Sie kurz dar, welches Problem Sie angehen wollen und wie
Ihre Lösungsideen dazu aussehen. Uns geht es darum zu erkennen, ob
Sie über die Möglichkeiten verfügen, ein für die FIRMA relevantes
Projekt inhaltlich schlüssig und argumentativ überzeugend, kurz und
prägnant darzustellen.
Der Projektvorschlag sollte ca. 2 Seiten umfassen, kann aber einige
Anlagen besitzen, auf die Sie sich beziehen. Auf Ihre
Projektvorschläge werden wir während des Assessment-Centers im
Rahmen einer Übung zurückkommen. Die beiliegenden Unterlagen sollen
Ihnen zur Orientierung dienen. Selbstverständlich können Sie weitere
Informationsquellen nutzen.
Struktur Ihres Projektvorschlages könnte z.B. sein:
1. Vermutetes Problem der FIRMA
2. Ursache des Problems
3. Lösungsidee
4. Argumente für diese Lösungsidee
5. Argumente gegen die Idee
6. Die nächsten Schritte
Bitte senden Sie Ihren Projektvorschlag bis zum tt.mm.jjjj an
folgende Adresse …
Auch diese Projektvorschläge müssen von der Personal- und
Fachabteilung gelesen und begutachtet werden, um entsprechend in der
jeweiligen Übung tiefgehender darauf eingehen zu können.
Nun rückt der Zeitpunkt des Assessment-Centers näher und für die
Bewerber ist neben den Fahrkosten auch für die Unterkunft und die
Verpflegung Sorge zu leisten. Diese Kosten sind gemäß § 670 BGB vom
Unternehmen zu zahlen, sofern nicht anders besprochen. Angesichts
der Gesamtkosten für die Planung und Organisation eines
Assessment-Centers dürften diese Kosten jedoch marginal sein.
Am Tag des Assessment-Centers sind neben den Bewerbern meist
Personen aus der Personalabteilung sowie der jeweiligen
Fachabteilung zur Beobachtung der Bewerber anwesend. Zudem sollte
sich auch die Geschäftsführung und ggf. die Gewerkschaft einen
Eindruck über die Kandidaten verschaffen. Auch Probanden haben oft
eine wichtige Schlüsselfunktion in einem Assessment-Center.
Je nachdem wie viele Bewerber geladen wurden und wie gut die Pausen
während des Assessment-Centers geplant sind, lässt sich summa
summarum sagen, dass das Verhältnis von Bewerbern und Beobachtern
1:1 sein kann und somit bei jeder Übung zwei Beobachter auf einen
Kandidaten kommen. Sofern Sozialkompetenzen in Gruppenübungen und
Teamarbeit gefragt sind, ist dieses Verhältnis weit höher
anzusetzen.
Nachdem das Assessment-Center für die Bewerber zu Ende ist, müssen
die Beobachter jedoch noch eine Gesamtauswertung durchführen. Auch
durch Nutzung gewisser Checklisten und Nutzwertanalysen kann diese
Entscheidung bzgl. der Subjektivität auch noch Tage in Anspruch
nehmen, bis die Kadidaten ihr Feedbackgespräch erhalten und somit
auch ein entsprechender Arbeitsvertrag ausgehandelt werden kann.
Sie sehen: die Kosten eines Assessment-Centers beginnen schon weit
vor dem eigentlichen Tage des Assessment-Centers und auch noch
darüber hinaus. Die Kosten hängen primär davon ab, wie viele
Personen und wie viel Zeit für die Planung, Organisation etc.
beansprucht werden.
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