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Verschiedene Kennzahlensysteme (Scorecards) im Überblick
1 Sinn und Bedeutung von
Kennzahlen
Auf Kennzahlen und
Kennzahlensysteme kann kein Unternehmen verzichten. Durch diese
Instrumente erhält das Management die Möglichkeit,
Kausalzusammenhänge sowie Ursachen und Wirkungen anderer Einflüsse
zu erkennen. Die erforderlichen Daten für das Controlling stammen
aus dem Rechnungswesen, d.h. der Finanzbuchhaltung sowie der Kosten-
und Leistungsrechnung. Die Schwierigkeit bei der Verarbeitung der
Informationen besteht in der sinnvollen und aussagefähigen
Verdichtung sowie der Gegenüberstellung des Informationsmaterials.
Jedoch sind Kennzahlen und Kennzahlensystem wichtig für Analysen,
Prognosen, Planung, Steuerung und Kontrollen und werden außerdem
herangezogen für die Frühwarnung, Früherkennung und Frühaufklärung
und dienen insbesondere folgenden Funktionen:
In Anbetracht der Komplexität
sollen Kennzahlen eine Auslese von Daten aus einer Vielzahl von
Aufschreibungen ermöglichen und tragen somit zur Verminderung der
Unsicherheit bei der Entscheidungsfindung bei. Folgende Definition
verdeutlichen die Begriffe Kennzahlen und Kennzahlensysteme:
„Kennzahlen können als quantitativ ausgedrückte Informationen
angesehen werden, die als bewusste Verdichtung der komplexen
Realität über zahlenmäßig erfassbare betriebswirtschaftlich
relevante und direkt erfassbare Sachverhalte informieren wollen“ (Krystek/Müller-Stewens
1993, S. 45).
„Ein Kennzahlensystem ist als
eine geordnete Gesamtheit von Kennzahlen zu verstehen, die in einer
Beziehung zueinander stehen und so als Gesamtheit über einen
Sachverhalt vollständig informieren“ (Horváth 1996, S. 546). Es
können verschiedene Arten von Kennzahlen unterschieden werden, aber
immer nach einem gängigen Muster. In Abbildung 1 wird zwischen
Grundzahlen und Verhältniszahlen unterschieden (vgl. Zdrowomyslaw
2001, S. 660 ff.).
-
Verhältniszahlen werden weiter unterteilt in Gliederungs-,
Beziehungs- und Indexzahlen.
-
Richtzahlen werden als besondere Kennzahlenart angesehen.
-
Es empfehlenswert mit Verhältniszahlen zu arbeiten, die
Zusammenhänge zwischen zwei betriebswirtschaftlichen Daten
widerspiegeln, denn diese sind sinnvoller und leichter zu
überschauen als absolute Zahlen.

(oben)
1.1 Beispiele für Kennzahlensysteme
Grundsätzlich besteht auch die
Möglichkeit, Kennzahlen zu einem System zusammenzuführen, das dann
als Kennzahlenkombination bzw. –system bezeichnet wird.

Mit Kennzahlensystemen wird
versucht, die betriebswirtschaftlichen Interdependenzen von
Einzelaussagen deutlich zu machen, um die Qualität der Gesamtaussage
so zu verbessern. Betriebswirtschaftliche Kennzahlensysteme
enthalten mindestens zwei betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die in
rechnerischer Verknüpfung oder in einem
Systematisierungszusammenhang zueinander stehen. Somit enthält ein
Kennzahlensystem Informationen über einen oder mehrere
betriebswirtschaftliche Sachverhalte. In der Praxis und Theorie wird
zwischen zwei Formen von Kennzahlensystemen unterschieden (vgl.
Meyer 1994, S. 42):
-
Ordnungssysteme: Sie teilen die
Kennzahlen bestimmten Tatbeständen zu und erfassen hierdurch
bestimmte Aspekte der Unternehmung.
-
Rechensysteme: Sie beruhen auf rechnerische Zerlegung von
Kennzahlen und haben die Struktur einer Pyramide.
(oben)
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