1 Porsche
Ferdinand Porsche war lange Zeit
als Konstrukteur für andere Unternehmen tätig bevor er am 25. April
1931 in Stuttgart ein eigenes Ingenieurbüro gründete, das unter
anderem für die Rennwagen von Auto Union konstruierte. Zwischen 1944
– 1950 war die Produktion in Kärnten, wo von Ferry Porsche das erste
Auto mit dem Namen Porsche, der 356, hergestellt wurde.
1947 übernahm Ferry Porsche den
Vorsitz seines Vaters Ferdinand Porsche und baute das heute bekannte
Sportwagenunternehmen auf. Auch das weltbekannte Markenzeichen von
Porsche geht auf einen Entwurf von Ferry zurück. Porsche ist der
kleinste unabhängige deutsche Autoproduzent und das Ansehen basiert
nicht nur auf den Höchstleistungen. Das Design von
Porsche-Fahrzeugen ist im Vergleich zur Konkurrenz Ferrari weit
weniger aggressiv und mehr auf Alltagstauglichkeit ausgelegt (o.V.
1, 2006). Von den Autoherstellern in Deutschland ist Porsche der
kleinste selbstständige Serienproduzent und ist die profitabelste
Autofabrik der Welt in Punkto Rendite (o. V. 2, 2006). In einer
Untersuchung (siehe Abbildung 1)von 15 europäischen Ländern wurden
13 Imagemerkmale vorgegeben, denen Automarken zugeordnet werden
sollten. Bei den Merkmalen „Baut sportliche Autos“ wurde in allen
Ländern die gleiche Marke (Porsche) zugeordnet (vgl. Kloss, 2003, S.
403 f.).

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1.1 Aufgabenstellung
In dieser
Arbeit, wird eine
Kapitalflussrechnung an einem praktischen Beispiel durchgeführt.
Dabei werden Theorien zur Kapitalflussrechung beschrieben und in die
Praxis umgewandelt werden. Zu diesem Zeck wurde aus dem Internet der
Geschäftsbericht 2004 (Bilanz und Erfolgsrechnung) der Porsche AG
herangezogen. In der Ausarbeitung beschränkt sich hauptsächlich auf
die Kapitalflussrechnung auf den Typ Fond1 des Porsche Konzern.
Zielstellung ist es die Geldflüsse (Mittelherkunft und
Mittelverwendung) aufzuzeigen.
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1.2 Herangehensweise
Die Kapitalflussrechnung zeichnet
Informationen zur Ertragslage und zur Vermögenslage auf, um
Informationen zur Entwicklung der Finanzlage zu erweitern. Außerdem
zeigt sie die Zahlungsströme der Periode (Ein- und Auszahlungen)
unterteilt nach:
• Kapitalfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit (Umsatzbereich)
• Kapitalfluss aus der Investitionstätigkeit (Investitionsbereich)
• Kapitalfluss aus der Finanzierungstätigkeit (Außenbereich)
Aus der Summe der drei Bereiche
ergibt sich die Änderung der Finanzmittel im Geschäftsjahr und
bildet die drei Zahlungsströme umfassender ab. Um eine
Kapitalflussrechnung erarbeiten zu können, werden folgende Daten aus
dem Geschäftsbericht benötigt:
• Die Bilanz mit den Werten des
Vorjahres und dem Berichtsjahr,
• die Erfolgsrechnung (GuV) des Berichtsjahr und
• das Anlagengitter.
Der Fond ist auf theoretischer
Sicht ein Zahlungsmittel, der zur Vereinfachung, von Positionen
dient und wodurch die Positionen wesentlich verständlicher und
einfacher zu deuten sind. Es gibt drei Typen von Fonds. In dieser
Arbeit wird einschließlich auf den Fonds 1 eingegangen, der sich aus
den liquiden Mittel, Besitzwechsel, Guthaben und Wertpapieren
zusammensetzt. Dabei werden die flüssigen Mittel betrachtet, die
sich aus der Differenz von Berichtsjahr und Vorjahr ergeben.
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2 Kapitalflussrechnung
Ursprünge der
Kapitalflussrechnung liegen in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Seit Ende des 2. Weltkrieges sind die so genannten „statement of
sources and applications of founds (funds statements) gängig. In den
Vereinigten Staaten von Amerika wurde 1987 eine neue Richtlinie
durch die Financial Accounting Standards Board (FASB) erlassen, in
der die Form und der Inhalt der Kapitalflussrechnung weitestgehend
festgelegt worden ist. In Europa des 20. Jahrhunderts spielte die
Kapitalflussrechnung zunächst keine Rolle. Erst in den siebziger
Jahren, durch die zunehmende Globalisierung, setzte sich die
Kapitalflussrechnung in internationalen agierenden Firmen Europas
durch (vgl. Weilemann, 1992, S. 11 f).
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2.1 Ziele und Aufgaben
Der Jahresabschluss, gem. § 264
Abs. 2 HGB, gibt einen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens. Jedoch kann der Jahresabschluss nicht
die Veränderungen der Liquidität des Unternehmens darstellen. Das
geschieht mit Hilfe der Kapitalflussrechnungen. Was unter einer
Kapitalflussrechnung speziell verstanden wird, ist nicht einheitlich
und genau definiert. Im Allgemeinen wird darunter die Betrachtung
der Zu- und Abflüsse von Finanzmitteln innerhalb eines
Geschäftsjahres verstanden. Somit zählt die Kapitalflussrechnung zu
den Bewegungsrechnungen und zeigt im Gegensatz zur Erfolgsrechnung (GuV),
den Umfang der Veränderungen einer bestimmten Mittelgesamtheit, die
Form von Mittelzufluss und Mittelverwendung und die Ursache für
diese Veränderungen.
Die Kapitalflussrechnung ist ein
eigenständiges Instrument zur Planung und Kontrolle der Liquidität und wird auch
als dritte Jahresrechnung bezeichnet, da sie eine sinnvolle Ergänzung der Bilanz
und der Erfolgsrechnung darstellt.
Zielsetzung der Kapitalflussrechnung ist die
Beurteilung der Fähigkeit des Unternehmens, künftige positive Geldflüsse zu
generieren, seine Verbindlichkeiten und Dividenden zu begleichen und den Bedarf
an externen Finanzierungsquellen zu sichern (vgl. Peemöller, 2003, S. 349).
Die Kapitalflussrechnung ist ein Mittel zur
Unternehmensbeurteilung und dient der Erfüllung von Sicherheitszielen interner
und externer Anspruchgruppen. Folglich kann eine interne und auch externe
Analyse erfolgen. Jedoch ist bei der externen Analyse zu bedenken, dass
Außenstehende nicht über alle Informationen verfügen und somit kann die
Kapitalflussrechnung nicht den gleichen Informationsgehalt haben wie die intern
erstellte (vgl. Weilenmann, 1992, S. 11).
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2.2 Fondsrechnung
Ein Fonds ist eine Zusammenfassung von
mehreren Bilanzpositionen. Für die Kapitalflussrechnung wird dies als
buchhalterische Einheit verstanden, wobei über die Mittelgesamtheit ist separat
abzurechnen ist.
Folglich kann man unter Fonds zunächst grob
„Zahlungsmittel“ verstehen. Da die Größe und die Zusammensetzung der Fonds vom
Unternehmen grundsätzlich frei gewählt werden kann, ist die für ein Unternehmen
zweckmäßigste Fondswahl und Abgrenzung eine der wichtigsten Entscheidungen im
Rahmen der Kapitalflussrechnung. Die Bilanz einer Unternehmung kann in diesem
Zusammenhang als größter möglicher Fond verstanden werden (vgl. Weilenmann,
1992, S. 11).
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3 Kapitalflussrechnung am Beispiel
3.1 Bilanz
Die Bilanz ist laut § 242 HGB ein vom
Gesetzgeber verlangter Abschluss, in dem das Verhältnis zwischen Vermögen und
Schulden dargestellt wird. In Ihr werden Vermögen und Kapital einander in
Kontenform gegenüber gestellt. „Die Passivseite weist Vermögensquellen,
Mittelherkunft beziehungsweise Finanzierung und die Aktivseite weist
Vermögensformen, Mittelverwendung beziehungsweise Investierung aus (Zdrowomyslaw,
2002, S. 145).“
Im ersten Schritt der Kapitalflussrechnung
Typ Fond1 werden die Werte aus der Jahresbilanz übernommen (siehe Abbildung 3
auf Seite 5 für den Porsche-Konzern) und auf der rechten Seite, die
Veränderung von Berichtsjahr zum Vorjahr berechnet.
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3.2 Die Bewegungsbilanz
„Die Bewegungsbilanz ist eine
Veränderungsbilanz, die die Bestandsdifferenz zweier Jahre (oder mehrerer)
aufzeigt und damit die Mittelbewegung aufgliedert nach Mittelverwendung und
Mittelherkunft (vgl. Tacke; 1997; S. 96 f.).“
„Die Bewegungsbilanz zeigt also auf, wohin
die dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Mittel geflossen sind
(Mittelverwendung) und aus welchen Quellen die Mittel stammen (Mittelherkunft) (ebd).“
Ein grobes Schema der Bewegungsbilanz zeigt
die Abbildung 2. Für den Porsche-Konzern können Sie die Bewegungsbilanz
zur Veranschaulichung der Abbildung 4 auf Seite 6 entnehmen. Jedoch ist diese
nicht für die Berechung der Kapitalflussrechung notwendig.

Bewegungsbilanz (Quelle: Tacke, 1997, S. 96)

Porsche Konzernbilanz (Quelle: Porsche Geschäftsbericht, 2004, S.
102)
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Porsche-Konzernbewegungsbilanz
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3.3 Gewinn- und Verlustrechung
Die Erfolgsrechung (GuV) zeigt einerseits die
Aufwendungen und andererseits die Erträge. Bei der Ausweisung von Aufwand und
Ertrag in der GuV verbleibt rechnerisch ein Saldo, der so genannte Erfolgs-
beziehungsweise Verlustsaldo. Dieser entspricht dem Periodenerfolg in der
Bilanz.
Laut §275 HGB sind Kapitalgesellschaften dazu
verpflichtet, ihre Gewinn- und Verlustrechnung zu veröffentlichen. Dies
geschieht gem. § 275 HGB in der Staffelform. Die jährlich aufzustellende Bilanz
bildet zusammen mit der Gewinn- und Verlustrechnung den Jahresabschluss eines
Unternehmens.
Die nachfolgende Abbildung 5 zeigt die
Erfolgsrechung des Porsche-Konzern im Berichtsjahr.

Porsche-Konzern Gewinn- und Verlustrechung (Porsche Geschäftsbericht, 2004, S.
103)
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3.4 Anlagengitter
Neben der Bilanz und der Gewinn und
Verlustrechnung stellt das Anlagegitter die dritte Quelle der
Kapitalflussrechnung da. Diese ist im Anhang zur Bilanz für
Kapitalgesellschaften verpflichtet aufzustellen. Dort wird ein Überblick über
den einzelnen Bilanzposten des Anlagevermögens als auch der Ingangsetzungs- und
Erweiterungsaufwendungen gegeben. Ausgegangen wird von den
Eröffnungsbilanzwerten. Zusätzlich werden sämtliche Veränderungen aufgezeigt und
das Ergebnis ist der Wert der Schlussbilanz (siehe Abbildung 6 für den
Porsche-Konzern).
Das Anlagengitter stellt ein wichtiges
Instrument für den externen Bilanzanalytiker dar und ist nach § 268 Abs. 2 HGB
aufzustellen (vgl. o. V. 3, 2006).

Anlagegitter des Porsche-Konzern
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3.5 Fondstyp 1
Die Größe des Fonds ergibt sich durch die
Gegenüberstellung der Zahlen von Vor- und Berichtsjahr und liefert Informationen
über Zu- oder Abnahme der liquiden Mittel. Die Veränderungen der liquiden Mittel
des Porsche Konzern (siehe Abbildung 7) sind in diesem Fall
positiv. Worauf dies zurückzuführen ist, lässt sich durch Analyse der
Gegenposition (siehe Abbildung 8) beantworten (vgl. Haas, 2000, S. 327).

Fondstyp 1 des Porsche-Konzern

Kapitalflussrechnung zum Fonds 1 des Porsche-Konzern
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3.6 Fondstyp 2
Zum Fondstyp 2 werden, zusätzlich zu den
Positionen aus dem Fondstyp 1, Forderungen aus Lieferung und Leistungen und
sonstige Vermögensgegenstände herangezogen. Die Betrachtung beschränkt sich
weiterhin auf die Aktivseite der Bilanz. „Eine Netto-Rechnung bietet erst der
Fondstyp 3 (Haas, 2000, S. 333)“.

Fondstyp 2 des Porsche-Konzern

Kapitalflussrechnung zum Fonds 2 des Porsche-Konzern
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3.7 Fondstyp 3
„In den Fondstypen 1 und 2 wurden nur
Aktivposten der Bilanz … zu rechnerischen Einheiten zusammengefasst. … Im Fonds
3 werden kurzfristige Passiva einbezogen, die im Sinne von eingeschränkten
Größen (Restriktionen) aufzufassen sind (Haas, 2000, S. 336)“.

Fondstyp 3 des Porsche-Konzern

Kapitalflussrechnung zum Fonds 3 des Porsche-Konzern
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Literaturverzeichnis
AXA: (2006) Porsche
übertrifft eigene Prognose, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom
28. Februar 2006
Fleischer, H.: (2004)
Handelsgesetzbuch, 41. Aufl. München, 2004
Haas, P.: (2000) Kosten, Investition,
Finanzierung, 3. Aufl., München, 2000
Kloss, I.: (2003) Werbung, 3. Aufl.
München, 2003
o. V. 1: (2006) Porsche, in:
http://de.wikipedia.org/wiki/Porsche
(Stand: 23. 02. 2006)
o. V. 2: (2006)
Toyota-Produktionssystem, in:
http://de.wikipedia.org/wiki/Toyota-Produktionssystem
(Stand: 24. 02. 2006)
o. V. 3.: (2006) Anlagengitter, in:
http://lexikon.freenet.de/Anlagegitter
(Stand: 24. 02. 2006)
Peemöller, V. H.: (2003) Bilanzanalyse
und Bilanzpolitik, 3. Aufl., Wiesbaden, 2003
Porsche AG: (2004) Geschäftsbericht
2003/94, Stuttgart, 2005
Tacke, H. R.: (1997)
Jahresabschlussanalyse in der Praxis, Berlin, 1997
Weilenmann, P.: (1992)
Kapitalflussrechnung in der Praxis, 2. Aufl., Zürich, 1992
Zdrowomyslaw, N. / Kuba, K.: (2002)
Buchführung und Jahresabschluss, 3. Aufl., München, 2002
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