Kapitalflussrechnung umgesetzt mit Excel
am Beispiel des größten Energieversorgungskonzern Deutschlands
• Kapitalflussrechung mit Globalgrößen
• Kapitalflussrechung mit Einzelgrößen
• Bewegung des Anlagevermögens
• Frühwarnindikatoren durch Tageszahlen
• Fondsrechnung
Arbeitsschritte:
Nach dem laden von Excel wird das neu erstellte Arbeitsblatt „KFR“
genannt (Die Endung „XLS“ bzw. „XLSX“ wird automatisch vom Programm
vergeben). Dafür wird im Hauptmenü „Datei“ und „Speichern unter…“
gewählt.
Es folgt das Anlegen eines Bilanzschemas, das der Abbildung 1-3
entspricht.
Im folgenden Schritt soll das Arbeitsblatt „Tabele1“ in „Bilanz“
umbenannt werden. Dafür reicht ein Doppelklick auf den Namen des
Arbeitsblattes oder durch ausführen folgender Schritte im Hauptmenü
„Format“, „Blatt“ und „Umbenennen“.
In der Zelle A1 kommt:
Aktivseite (in Mio. €),
in B1:
Berichtsjahr
und bestätigen jeweils mit der Eingabetaste.
Die Spalte A wird benutzt zur Bezeichnung der Bilanzpositionen.
Dafür sind gemäß Abbildung 1-1 folgende Bezeichnungen zu übernehmen.
Abbildung
1-1 als PDF
Schalten Sie nun auf Formelanzeige mit: „Optionen“,
Bildschirmanzeige“, und klicken Sie im Dialogfenster das Kästchen
vor „Formeln“ an. Das Fenster schließen Sie mit „OK“.
Die Zelle B2 dient der Aufnahme einer Zwischensumme.
Wir aktivieren sie Zelle B2 und tippen folgende Formel ein:
=SUMME(B3:B5)
In die Zelle B7 tippen wir ein:
=SUMME(B8:B11)
in B14:
=B2+B7+B13
in B17:
=SUMME(B18:B21)
in B25:
=SUMME(B26:B28)
in B30:
=SUMME(B31:B33)
und in B36:
=B17+B25+B30+B35+B23
Bedingungsfunktionen
Um jeweils schnell überprüfen zu können, ob die Summen der Aktiv-
und Passivseite der Bilanz übereinstimmen, setzen wir in die Zelle
B37 eine Formel. Diese bewirkt, dass die Zellen der Bilanzsummen
(B14 und B36) miteinander verglichen werden. Bei Erfüllung der
Bedingung „B14=B36“ soll in der Zelle B37 das Wort „summengleich“
stehen, im anderen Fall der Hinweis „Fehler“. Dies erreichen wir,
wenn wir eintippen (ohne Leerzeichen):
=WENN(B14=B36;"summengleich";"Fehler") und Eingabe.
Kopieren von Spalten
Die eingetragenen Formeln sollen außer für Spalte B auch für Spalte
C gelten. Da wir in Spalte B außer den Formeln noch keine
Eintragungen vorgenommen haben, können wir diese Formeln global
übernehmen. Dazu setzen wie den Mauszeiger auf das „B“ in der
Spaltenkopfleiste und fahren bei gedrückter Taste nach C.
Beide Spalten sind nun aktiviert (geschwärzt). Nun wählen wir
„Bearbeiten“, „Ausfüllen“ und „Rechts“ aus dem Menü. Ihre Tabelle
sollte nun der Abbildung 1-2 entsprechen.
Abbildung
1-2 als PDF
Entnehmen Sie bitte die Eingabewerte der Abbildung 1-3. in den
Formelzellen erhalten Sie jeweils die Werte der Abbildung.
Nach eintippen von „4,7“ in B13 sollte in der Zelle B14 der Wert
„20043,3“ stehen und nach dem Ausfüllen von Zelle B35 wird die
Anzeige in B37 „summengleich“ sein.
Die Spalte C mit den Zahlen für das Vorjahr füllen wir analog zur
Spalte B aus. Wiederum werden die Summenwerte in C2, C7, C14, C17,
C25, C30 und C36 und das Vergleichsergebnis in C37 automatisch
aktualisiert.
Abbildung
1-3 als PDF
Spalte „Veränderung“
In die Zelle D1 tippen wir:
Veränderung und in D2:
=B2-C2 als Formel zur Berechnung der Differenz der Werte des
Berichts- und des Vorjahrs. Wir erhalten in D2 die ursprüngliche
Eintragung „-303,7“ als Ergebnis.
Anstatt nun die restlichen Formeln der Spalte D einzeln einzugeben,
kopieren wir die Eintragungen von D2 nach unten. Wir markieren
hierfür die Zellen D2 bis D36, wählen „Bearbeiten“, „Ausfüllen“,
sowie „Unten“.
Die Eintragungen einiger Zellen löschen wir. Markiert wird hierzu
D6, die Leertaste betätigt und mit der Eingabetaste abgeschlossen.
Analog dazu verfahren wir auch mit D12, D15, D16, D22, D24, D29, D34
und D37.
In der Zelle D16 steht „#WERT!“. Die eingetragene Formel „=B16-C16“
konnte natürlich mit den Texteintragungen der Zellen B16 und C16 zu
keinem sinnvollen Ergebnis führen. Wir übertippen diese mit:
Veränderung (Beschriftung der Passivseite)
Ausrichtung der Kapitalflusswerte
Die Eintragungen der Zellen D2 bis D16, die ein Minuszeichen
enthalten, stellen Aktivminderungen dar. Der Wert des Berichtsjahres
ist gegenüber dem Vorjahr niedriger. Dies bedeutet den Ausweis einer
„Mittelherkunft“.
Globale Größen stehen in D2, D7 und D13. Wir wollen diese auf die
linke Seite der Zelle setzen, d.h. sie linksbündig ausrichten.
In D3, D4, D9 und D11 befinden sich werte für Aktivmehrung. Sie sind
in nachfolgenden Schritten der „Mittelverwendung“ zuzuordnen.
Es folge die Ausrichtung der Kapitalflusswerte für die Passivseite.
Hier stellen die positiven Zahlen eine Mittelherkunft dar. Die
Zellen, deren Inhalte ein negatives Vorzeichen tragen, enthalten
Positionen der Mittelverwendung. Vergleichen Sie bitte Ihren
Bildschirm mit der Abbildung 1-4.
Abbildung
1-4 als PDF
Bewegungsbilanz
Nun sollen die Werte der Spalte Veränderung D auf zwei Spalten
verteilt werden. Als Beschriftung setzen wir in E1 und E16:
Mittelherkunft sowie in F1 und F16:
Mittelverwendung.
Um eine Doppelerfassung von Werten zu vermeiden, sind
Einzelpositionen und Summen getrennt voneinander zu verarbeiten oder
wir benutzen eine Wenn-Funktion. Dafür wird in E2 folgende Formel
eingegeben:
=WENN(D2<0;-D2;" ") und in F2
=WENN(D2>0;D2;" ")
Anstatt nun die restlichen Formeln der Spalte E einzeln einzugeben,
kopieren wir die Eintragungen von E2 nach unten. Wir markieren
hierfür die Zellen E2 bis E14, wählen „Bearbeiten“, „Ausfüllen“,
sowie „Unten“. Analog verfahren wir mit der Spalte F.
Für die Passivseite schreiben wir in E17:
=WENN(D17>0;D17;" ") und in F17
=WENN(D17<0;-D17;" ")
Nun verfahren wir wie zuvor und markieren die Zellen E17 bis E36 und
wählen „Bearbeiten“, „Ausfüllen“, sowie „Unten“. Analog verfahren
wir mit der Spalte F. Wenn Sie dies nachvollziehen, sollte Ihr
Bildschirm der Abbildung 1-5 entsprechen.
Abbildung
1-5 als PDF
Erfolgsrechung
Für den nächsten Arbeitsschritt benötigen wir ein neues
Tabellenblatt. Dafür betätigen wir im Menü „Einfügen“ und
„Tabellenblatt“ welches durch folgende Schritte „Format“, „Blatt“
und „Umbenennen“ als „GUV“ benannt werden soll.
Markieren Sie Zelle A1 und tippen Sie:
Erfolgsrechnung (in Mio. €) und weiter mit
Umsatzerlöse
Zinsergebnis
Sonstige betriebliche Erträge
Personalaufwand
Abschreibungen des AV
Abschreibungen des UV
Sonstige betriebliche Aufwendungen
In Zelle A9 tippen Sie
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Außerordentliche Aufwendungen
Steuern
Jahresüberschuss
Gewinnvortrag
Einstellungen in die Gewinnrücklagen
Bilanzgewinn
Jeden Eintrag schließen Sie mit der Eingabetaste ab; damit wechseln
Sie in die nächste Zeile. Mit dem Eintrag „Bilanzgewinn“ sollten Sie
in Zeile 15 angekommen sein (Abbildung 1-6, linke Spalte). Wenn Sie
den unteren Fensterrand erreichen, wird das Fenster automatische
weitergeschoben, so dass Sie ohne Unterbrechung arbeiten können.
Um zu überprüfen, ob der Bilanzgewinn mit denen aus der Bilanz
aufgeht, schreiben wir in Zelle B16:
=WENN(B15=Bilanz!B21;"lt. Bilanz richtig!";"Fehler")
in B9 tragen wir ein: =SUMME(B2:B8)
in B12: =SUMME(B9:B11)
und in B15: =SUMME(B12:B14)
Abbildung
1-6 als PDF
Anlagegitter
Für den nächsten Arbeitsschritt benötigen wir ein neues
Tabellenblatt. Dafür betätigen wir im Menü „Einfügen“ und
„Tabellenblatt“ welches durch folgende Schritte „Format“, „Blatt“
und „Umbenennen“ als „AG“ benannt werden soll.
Wir tragen die Beschriftungen für Zeilen und Spalten in Anlehnung an
Abbildung 1-7 an.
Abbildung
1-7 als PDF
Die Werte des Berichtsjahres (B3, B4, und B5) finden Sie in der nun
betrachteten Tabelle von F3 bis F6. Dafür Tragen Sie – sofern Sie
sich an die Vorgaben gehalten haben – in F3 folgende Formel:
=Bilanz!B3 und analog dazu auch in F4 und F5
in F6 bilden wir die Summe mit
=SUMME(F3:F5)
Die Werte des Vorjahres werden in den Zellen B3, B4 und B5
übertragen. Dafür tragen Sie in B3 folgende Formel:
=Bilanz!C3 und analog dazu auch in B4 und B5
und auch hier bilden wir die Summe in B6 mit
=SUMME(B3:B5)
In E6 werden die Abschreibungen des Anlagevermögens aus der GUV in
Höhe von „-6,3“ durch folgende Formel übernommen:
=GUV!B6*-1
In D6 wird die Differenz der Summen aus den Werten des
Berichtsjahres und des Vorjahres gebildet. Dafür tippen wir in D6:
=F6-B6
Der Zugang der Investitionen in C7 bildet sich durch folgende
Formel:
=D6+E6
Nun sollte Monitor der folgenden Abbildung entsprechen. Aus der
Abbildung 1-8 können Sie auch die Formeln verfolgen.
Abbildung
1-8 als PDF
Für die Kapitalflussrechung zu Fonds 1 benötigen wir den Wert aus
C6, da die Bilanz uns hier nicht weiterhelfen würde.
Fondstyp 1
Aus den Werten unserer Bilanz können wir nun den Fonds vom Typ 1
ermitteln. Er bezieht sich auf die liquiden Mittel – also Guthaben
bei Kreditinstituten, Wertpapieren und Besitzwechsel. Wir pflegen
hier noch eine Bruttobetrachtung, da nur Positionen der Aktivseite
unserer Bilanz einbezogen werden.
Aufschlussreich sind die Beträge der Bestände (Spalte B und C), aber
auch die Differenzen (Spalte D), die Entwicklungen dokumentieren.
Dafür benötigen wir ein neues Tabellenblatt welches wir im Menü
durch „Einfügen“ und „Tabellenblatt“ erstellen und durch „Format“,
„Blatt“ und „Umbenennen“ als „KFR1“ benennen.
Wir tragen die Beschriftungen für Zeilen und Spalten sowie den
Formeln in Anlehnung an Abbildung 1-9 an.
Abbildung
1-9 als PDF
Die Größe des Fonds ergibt sich aus den Zahlen von Vor- und
Berichtsjahr in den Spalten B und C. die Gegenüberstellung derselben
liefert Informationen über Zu- oder Abnahme der liquiden Mittel. In
unserem Fall ist eine Minderung um „-265,0“ Mio. € zu verzeichnen
(vgl. Abbildung 1-9)
Die liquiden Mittel belaufen sich auf 954,8 Mio. € am Ende des
Berichtsjahres. Im Vergleich zum Vorjahr sind sie um -265,0 Mio. €
gesunken. Die Frage, worauf dies zurückzuführen ist, lässt sich
durch Analyse der Gegenposition beantworten.
Zu Erstellung und Analyse der Gegenposition, arbeiten wir weiterhin
in dem Tabellenblatt "KFR1". Die Formeln und Werte können Sie
entsprechend der Abbildung 1-10 entnehmen.
Abbildung
1-10 als PDF
Des Weiteren können Sie die einzelnen Werte auch der unten
aufgeführten Excel-Tabelle entnehmen. Dort wurden auch die
Fondstypen 2 und 3 berechnet.
Excel-Tabelle KFR.xml
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