von: Angela
Rabe, Juliane Rebe, Kathrin Krüger und
Chris Muszalik
1. Einleitung
1.1. Aufgabenstellung
Diese Arbeit beschäftigt
sich mit der Balanced Scorecard.
Die Balanced
Scorecard ist eine neue Management-Methode, die die Möglichkeit bietet ein
Unternehmen mit wenigen aber entscheidenden Kennzahlen strategisch, flexibel und
effektiv zu führen (vgl. Friedag/Schmidt, 1999, Seite 5). Diese
übersetzt Mission und
Strategie in Ziele und Kennzahlen und wird dabei in vier Perspektiven, die
finanzwirtschaftliche Perspektive, die Kundenperspektive, die interne
Prozessperspektive und in die Lern- und Entwicklungsperspektive unterteilt
(vgl. Kaplan/Norton,
1997, Seite 23).
Mit Hilfe eines
Beispiels soll die Theorie der Balanced Scorecard vereinfacht dargestellt und
erläutert werden. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, fokussiert sich das
Beispielunternehmen nur auf die Kundenperspektive.
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1.2. Entstehung der Balanced Scorecard
Die
US-Amerikaner Robert S. Kaplan und David P. Norton sind die Entwickler des
Balanced Scorecard- Konzepts. 1991 veröffentlichten Kaplan, ein
Harvard-Business- School- Professor, und Norton, ein Unternehmensberater,
erstmals in der Zeitschrift Harvard Business Review einen Artikel über den
Aufbau einer Balanced Scorecard (The Balanced Scorecard- Measures That Drive
Performance). In den folgenden Jahren sammelten sie weitere Erfahrungen mit
ihrer Unternehmensberatung Renaissance Solutions Inc., mit der sie Unternehmen
bei der Umsetzung der Balanced Scorecard halfen. Daraufhin veröffentlichten sie
1996 ihr erstes Buch Balanced Scorecard – Translating Strategy into Action, das
1997 auch in deutscher Übersetzung erschien (vgl.
Preißner, 2002, Seite 9 f.).
Den Zweck und
das Wesen der BSC umschreibt in nur wenigen Worten ein Zitat von Kaplan und
Norton.
„The balanced scorecard is like
the dials in an airplane cockpit: it gives managers complex information at a
glance” (Schmid-Kleemann, 2004, Seite
43).
So wie die Piloten
brauchen auch die Manager von Unternehmen ein Instrumentarium, das ihnen die
unterschiedlichen Perspektiven der Umgebung sowie die Unternehmensleistung
anzeigt. Das ermöglicht die Navigation in Richtung Unternehmenserfolg
(vgl. Kaplan/Norton, 1997, Seite 1 f.).
Die Balanced
Scorecard ist mehr als nur ein neues Kennzahlen- bzw. Messsystem. Als zentralen
und organisatorischen Rahmen verwenden innovative Unternehmen die Balanced
Scorecard für ihren gesamten Managementprozess
(vgl. Kaplan/Norton, 1997, Seite 18).
Diese sind unter anderem die Entwicklung der Unternehmensstrategie,
Kommunikation, Verbindung von Strategien und operativem Geschäft sowie das
ständige Lernen im Sinne eines kontinuierlichen Feedback-Prozesses (vgl.
Engelhardt, 2002, Seite 26).
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1.3. Gründe für die Balanced Scorecard
In einem
Beispiel von Kaplan und Norton dachten 25 Topmanager aus einem
Finanzleistungsunternehmen, sie wären sich über ihre Unternehmensstrategie
einig. Aber bei der Formulierung der Kundenziele hatte jeder Manager eine andere
Vorstellung (vgl. Kaplan/Norton, 1997, Seite 11). Das Hauptproblem liegt bei der
Durchführung von Managementprozessen in der mangelnden Strategieumsetzung. Diese
werden nach Kaplan und Norton in vier Barrieren - The Vision Barrier, The People
Barrier, The Ressource Barrier und The Management Barrier - unterteilt (vgl.
Ehrmann, 2002, Seite 14). Die Vision Barrier bedeutet, dass das Unternehmen
aufgrund der mangelhaften Umsetzung der Strategie in operative Impulse die
Strategie nicht versteht. Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn die Strategie
nicht mit den Zielvorgaben im Unternehmen und den damit verbundenen
Anreizsystemen der Mitarbeiter verknüpft werden kann (People Barrier). Lässt
sich die Strategie nur unzureichend mit der operativen Budgetplanung koppeln,
wird von der Ressource Barrier gesprochen. Die vierte Barriere, The Management
Barrier, liegt vor, wenn das Ergebniscontrolling der operativen Ebene dominiert
und das Strategie-Controlling nicht oder nur unzureichend erfolgt. Das Balanced
Scorecard- Konzept verfolgt das Ziel, diese Mängel mit einer ausgewogenen
Zusammenstellung von monetären und nicht monetären Kennzahlen zu beseitigen und
somit ein stimmiges Gesamtkonzept für die Unternehmenssteuerung zu schaffen
(vgl. Engelhardt, 2002, Seite 10 f.).
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1.4. Aufbau der Balanced Scorecard
Unternehmen sind
dann besonders erfolgreich, wenn sie die einzelnen Bereiche ihres Unternehmens
entsprechend ihrer Leistungspotenziale führen. Sie haben erkannt, dass der
Gesamterfolg immer auf mehreren Beinen steht und dass eine einseitige
Ausrichtung häufig nur kurzfristige Erfolge bringt, aber langfristig das
Gegenteil bewirkt. Somit erkennen sie auch, wann und wo sich ihr Unternehmen im
Gleichgewicht befindet. Wer also einen dauerhaften Erfolg sucht, wird sich nicht
nur um ein Ziel kümmern, sondern möglichst um mehrere gleichzeitig. Dabei ist
die Ausgewogenheit, die Balance, wichtig. An diesem Prinzip setzt die Balanced
Scorecard an (vgl.
Preißner, 2002, Seite 5 ff.), und zwar in
dreifacher Hinsicht: in der Darstellung des Unternehmens, in der Einbeziehung
aller wichtigen Organisationseinheiten und in der Kommunikation mit allen
Mitarbeitern (vgl. Friedag/Schmidt,
2002, Seite 19).

„Balanced“,
die Ausgewogenheit, ist nur ein Element des Konzeptes. Vor allem geht es um die
Gestaltung einer Scorecard, eines Berichtsbogens. Diese enthält die
Steuerungsgrößen des Unternehmens, d. h. die Kennzahlen und/oder die Ziele, die
nach dem Prinzip der Ausgewogenheit ausgewählt wurden. Eine Scorecard soll ein
effektives und übersichtliches Arbeitsinstrument sein sowie operative und
strategische Entscheidungen unterstützen. Außerdem informiert sie über das
aktuelle Maß der Zielerreichung
(vgl. Preißner, 2002,
Seite 8).
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1.5. Planungsvorgänge
Bevor das
Unternehmen eine Balanced Scorecard erstellt, kann es zwischen drei
Planungsrichtungen wählen. Die retrograde Planung, oder auch top-down-Planung
genannt, beschreibt den Planungsweg von oben nach unten. Hierbei arbeitet die
oberste Führungsebene die Zielvorstellungen sowie die passenden Rahmendaten aus
und legt die entsprechenden Bedingungen fest. Dabei entfallen zeitraubende
Koordinierungsarbeiten, aber die Akzeptanz der untergeordneten Ebene kann stark
leiden, weil sie eigentlich nicht an der Planung beteiligt waren. Dies kann nur
eine intensive Kommunikation von oben vermeiden.
Im Gegensatz
dazu beginnt die progressive Planung (bottom-up-Planung) auf den unteren
hierarchischen Ebenen. Die Vorteile liegen hierbei in der Motivation der
Mitarbeiter, die an der Planung des Projekts beteiligt sind. Dagegen kann sich
diese Planungsrichtung negativ auswirken, wenn vom Top Management keine
Zielvorgaben gemacht werden.
Die dritte
Planungsrichtung ist das Gegenstromverfahren. Zuerst fällt die oberste
Führungsebene die Grundsatzentscheidungen und legt die vorläufigen strategischen
Ziel- und Maßnahmenpläne fest (top-down-Planung). Danach setzt eine konkret
werdende Planung nach dem bottom-up-Verfahren ein
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 61 f.).
Ursprünglich
folgt der Planungsprozess des Balanced Scorecard- Konzeptes von Kaplan/Norton
dem top-down-Ansatz (vgl.
Gilles, 2002, Seite 63).
Die Aufgabe des Top Managements ist nämlich die Entwicklung einer Vision, die
Formulierung der Mission und die Ableitung der Unternehmensstrategie aus diesen
Elementen der BSC (vgl. Ehrmann, 2002, Seite 61 f.).
(oben)
2. Profil des Beispielunternehmens
Die FIKTIV GmbH
ist ein junges, mittelständisches Dienstleistungsunternehmen in
Mecklenburg-Vorpommern, das seit 2000 am Markt ist. Dominierender
Geschäftsbereich ist die individuelle Herstellung von Stahlgütern für Privat-
und Geschäftskunden. Die FIKTIV GmbH beschäftigt derzeit 110 Mitarbeiter.
Der Schwerpunkt der
FIKTIV GmbH liegt aufgrund der Standortvorteile und der guten technischen
Voraussetzungen im traditionellen Stahl-, Vorrichtungs- und Sonderbau. Bereits
2000 erkannte das Management, dass die Nachfrage nach Bauelementen in den neuen
Bundesländern erstaunlich gewachsen war. Infolge der Marktentwicklung wurde die
Produktion von Fenstern, Türen und Fassaden aus Aluminium, Kunststoff und Stahl
in Kombination mit Glas begonnen. Die Vorzüge begründen sich in der flexiblen
und umfangreichen Produktpalette. Der technische Stand garantiert die Erfüllung
höchster Qualität und Produktionsvermögen.
Der Umsatz
konnte von 2000 bis 2003 kontinuierlich gesteigert werden, 2004 stagnierte der
Umsatz und sank 2005 auf 5,8 Millionen Euro, wie Abbildung 1 verdeutlicht
(vgl.
Rothlauf, 2004, S. 489 ff.).

Aus diesem Grund hat sich die FIKTIV GmbH dafür entschieden, die Balanced
Scorecard ab Juli 2006 einzuführen und ab Januar 2007 umzusetzen. Damit soll der
rückläufigen Umsatzentwicklung entgegengewirkt werden.
Das Management hat sich für eine Planung nach dem Gegenstromverfahren
entschieden, arbeitet ihre Zielvorstellungen aus und legt die entsprechenden
Rahmenbedingungen fest. Wichtig ist dabei, die Mitarbeiter über den
Planungsstand zu informieren, für Verbesserungsvorschläge offen zu sein sowie
die Mithilfe der Mitarbeiter zur Erreichung der Ziele zu sichern. Wie bereits in
der Aufgabenstellung erwähnt, setzt sich die FIKTIV GmbH bei der Umsetzung der
Balanced Scorecard im Schwerpunkt mit der Kundenperspektive auseinander.
(oben)
3. Elemente der Balanced Scorecard
Wenn das
Balanced Scorecard- Konzept in das Unternehmen eingeführt wird, müssen folgende
Elemente enthalten sein:
-
Die Vision
-
Die Mission
-
Die Strategien
-
Die Perspektiven
-
Die Ziele und
Kennzahlen
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 21 f.)
(oben)
3.1. Die Vision der Balanced Scorecard
Die Visionen
sind die Wunschvorstellungen, die vagen obersten Ziele der Unternehmen, die sie
anstreben. Diese dürfen sich nicht vollständig von der Realität lösen, da sie
sonst nicht umzusetzen sind. Visionen können nicht mit der Unternehmenskultur
und -philosophie gleichgesetzt werden, beeinflussen diese aber wesentlich.
Obwohl sie sich nicht immer eindeutig formulieren lassen, gilt der Grundsatz:
umso kürzer eine Vision in Worte gefasst ist, desto einprägsamer ist sie und
desto leichter lässt sie sich in Ziele und Strategien umsetzen. Zum Beispiel
könnte eine kurzgefasste Vision eines Unternehmens das Erreichen der
Marktführerschaft bis zu einem bestimmten Zeitpunkt sein. In den Entwicklungs-
und Formulierungsprozess müssen die Mitarbeiter des Unternehmens von Anfang an
miteinbezogen werden. Um die Vision zu realisieren, darf diese nicht nur im Kopf
des Managements vorhanden sein, sondern es müssen aus ihr heraus Strategien
verfasst werden (vgl. Ehrmann, 2002, Seite 21 f.). Aus der Vision leitet sich
somit die Gesamtstrategie ab (vgl.
Pietsch/Memmler, 2003, Seite 37.)
Ohne Visionen
ist kein echter Fortschritt im Unternehmen möglich (vgl.
Ehrmann, 2002, Seite 21 f.).
Die Vision des
Top Managements der FIKTIV GmbH wird auch der Leitgedanke für das Handeln aller
Mitarbeiter und lautet: „Wir werden die FIKTIV GmbH zum kundenfreundlichsten und
erfolgreichsten Unternehmen unserer Branche in Mecklenburg-Vorpommern machen.
Dieses Ziel soll mit Unterstützung aller Mitarbeiter bis Ende 2008 umgesetzt
werden.“
(oben)
3.2. Die Mission der Balanced Scorecard
Im
Gegensatz zu der Vision, die auf das eigene Unternehmen gerichtet ist, will die
Mission eine Wirkung nach außen erreichen. Diese sagt aus, wie das Unternehmen
von außen, vor allem von den Kunden, wahrgenommen werden will. Neben den Kunden
sind auch andere Adressaten von Bedeutung, zum Beispiel andere Marktpartner
(Lieferanten, Konkurrenten, Kreditinstitute, Versicherungen), gesellschaftlich
relevante Gruppen (staatliche Instanzen, Parteien, Arbeitgeberverbände,
Gewerkschaften, Kirchen), Medien und sonstige Zielgruppen (Schulen, Hochschulen,
sonstige Bildungseinrichtungen). Die Mission muss genau und treffend sein, da
sonst das Gegenteil des Beabsichtigten erreicht wird.
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 23).
Die FIKTIV GmbH formuliert ihre Mission wie folgt: „Wir gewinnen unsere Kunden
mit Termintreue und schnellem, individuellem Service. Wir setzen dabei auf
unsere Mitarbeiter, ihre kompetente Fachkenntnis und Kundenberatung. Damit ist
die Mission speziell auf die Kunden ausgerichtet.“
(oben)
3.3. Die Strategien der Balanced Scorecard
Nachdem die Vision und Mission formuliert sind, bilden die Strategien den
Ausgangspunkt bei der Erstellung der Balanced Scorecard. Die richtige Wahl der
Strategie ist deshalb von großer Bedeutung
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 24 ff.).
Um eine Balanced
Scorecard anfertigen zu können, ist es wichtig, eine aktuelle, ausformulierte,
dokumentierte und akzeptierte Strategie zu bilden
(vgl. Horvath & Partner, 2000, Seite 91).
Wird der strategische Lernprozess lebendiger umgesetzt, so können die Mission
und die Vision sowie die daraus abgeleiteten Strategien des Unternehmens besser
und effizienter in die tägliche Praxis umgesetzt werden (vgl.
Friedag, 2002, Seite 45). Eine Strategie
ist ein Gesamtkonzept, um ein oder mehrere Ziele zu erreichen. Die Ziele sind
auf längere Zeit ausgelegt und beinhalten aggregierte Größen. Von den ersten
Aktionen bis zum endgültigen Erfolg sind Unternehmensstrategien dadurch
gekennzeichnet, das Ziel bzw. die Ziele zu erfüllen. Sie beinhalten entweder
Vorgaben für Handlungsanweisungen oder umfassen Planungsergebnisse, die
unmittelbar in Handlungen umgesetzt werden müssen (vgl.
Gilles, 2002, Seite 49).
Die Gesamtstrategie besteht meist aus einer Menge von Einzelstrategien
(vgl. Pietsch/Memmler, 2003,
Seite 37).
(oben)
3.3.1. Strategiearten
Nachdem das
Unternehmen sich darüber klar geworden ist, welches Wesen die Strategien haben
sollen, ist es notwendig, Strategiearten zu entwickeln. In der Praxis und der
Fachliteratur sind eine Fülle von Strategien aufgeführt, die hilfreich sein
können, eigene betriebsindividuelle Strategien zu entwickeln und zu gestalten.
Somit existiert zwar kein geschlossenes System von Strategien, aber es gibt
Versuche, die wichtigsten Strategiearten in Klassen einzuteilen. Nach Ehrmann
werden die Strategien nach den Kriterien Umfang, Rang, Funktion, Marktverhalten
und Wettbewerbsvorteile gegliedert
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 26 ff.).
Die
Gesamtstrategie der FIKTIV GmbH will durch neue Techniken in Produktion und
Vertrieb den jährlichen Umsatz um 10% steigern. Um diese Gesamtstrategie auf die
oben genannten Abteilungen anzuwenden, hat sich das Management folgende
Einzelstrategien überlegt.
Ø
Produktion:
„Wir fertigen Fenster und Türen nach individuellen Kundenwünschen an und bieten
Kundenzufriedenheit durch 100%-ige Termintreue.“
Ø
Vertrieb:
„Wir wollen durch intensive und individuelle Fachberatung neue Kunden gewinnen
und Stammkunden binden und bieten einen schnellen und fachgerechten Rundum-
Service.“
(oben)
3.3.2. Bewertung und Durchsetzung der Strategien
Ein
Bewertungsvergleich muss durchgeführt werden, wenn mehrere
Strategiemöglichkeiten zur Auswahl stehen. Dadurch wird die Strategie gefunden,
mit der die angestrebten Ziele des Unternehmens am besten erreicht werden
können. Diese muss problembezogen entwickelt, präzise formuliert, realistisch
und unverwechselbar sein. Wichtig ist außerdem, dass die einzelnen Elemente
deutlich erkennbar und den Mitarbeitern vermittelbar sind.
Die Bewertung
der Strategien wird unterstützt durch anerkannte Verfahren, wie zum Beispiel die
Kosten-Nutzen-Analysen, Nutzwertanalysen, Relevanzbäume, Break-even-Analysen
oder Kennzahlensysteme. Strategien werden gebildet, um diese in Maßnahmen
umzusetzen und sie in der Praxis anzuwenden (vgl.
Ehrmann, 2002, Seite 32). Häufig liegt in
den Unternehmen, vor allem in mittelständischen Unternehmen, nur eine implizite
Strategie vor, d. h. diese steckt in den Köpfen der Unternehmer. In erster Linie
heißt die Beschäftigung mit der Balanced Scorecard dann, die Strategie bewusst
und „öffentlich“ zu machen (vgl. Weber/Schäffer,
1999, Seite 46).
(oben)
3.4. Perspektiven der Balanced Scorecard
Im Rahmen der
Strategieentwicklung und –umsetzung eines Unternehmens ist es wichtig zu allen
wesentlichen Handlungsfeldern des Unternehmens Aussagen zu machen. Dabei sollte
berücksichtigt werden, dass sich das Unternehmen nicht unterschiedliche Ziele
isoliert voneinander definiert, denn hierbei kann es zu Wechselwirkungen
zwischen den Zielen kommen.
Aufgabe der
Perspektiven der Balanced Scorecard ist die Festlegung eines Denkmodells,
wodurch alle wesentlichen Aspekte eines Geschäftes berücksichtigt werden und ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen allen Bereichen eines Unternehmens geschaffen
wird. Durch die Balanced Scorecard soll eine Isolation der Perspektiven
voneinander ausgeschlossen werden und gleichzeitig eine Gleichgewichtung aller
gewährleistet sein.
Kaplan und
Norton haben 1991 erstmals nachgewiesen, dass erfolgreiche Unternehmen
mindestens vier Betrachtungsebenen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander
berücksichtigen. Die vier Perspektiven: Finanzen, Kunden, interne Prozesse und
Lern- und Entwicklung setzen sich mit unterschiedlichen Fragestellungen
auseinander.

(oben)
3.4.1. Finanzperspektive
Die Leitfrage
der Finanzperspektive lautet: „Welche Zielsetzungen leiten sich aus den
finanziellen Erwartungen unserer Kapitalgeber ab?“
(Horváth & Partner, 2001, Seite 27).
Diese
Perspektive zeigt die Ziele und Messgrößen auf, die das Ergebnis der
Strategieumsetzung messen. Sie stellt das Endziel für alle übrigen Perspektiven
der Balanced Scorecard dar, so dass jede Perspektive in einer Art Ursache-
Wirkungsbeziehung zur Finanzperspektive und den finanziellen Zielen steht.
Typische
Kennzahlen der Finanzperspektive sind unter anderem: Eigenkapitalrentabilität,
Umsatzrentabilität, Return on Investment (ROI), Cashflow und
Deckungsbeitragsintensität.
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3.4.2. Kundenperspektive
Die Leitfrage
der Kundenperspektive lautet: „Welche Ziele sind hinsichtlich Struktur und
Anforderungen unserer Kunden zu setzen, um unsere finanziellen Ziele zu
erreichen?"
(Horváth & Partner, 2001, Seite 27).
Diese Perspektive richtet ihr Augenmerk auf die Kunden- und Marktsegmente in
denen ein Unternehmen agieren will. Wichtige Ziele sind dabei der Marktauftritt
und die Marktpositionierung eines Unternehmens.
Dabei werden
allgemeine und spezifische Kennzahlen unterschieden. Allgemeine Kennzahlen, die
den Erfolg einer Strategie messen, sind beispielsweise Marktanteile, Kundentreue
und -zufriedenheit sowie die Kundenrentabilität. Spezifische Kennzahlen,
definieren sich zum Beispiel über die Lieferpünktlichkeit, die Durchlaufzeiten
von Produkten oder die Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenwünsche.
(oben)
3.4.3. Interne Prozessperspektive
Die Leitfrage
hier lautet: „Welche Ziele sind hinsichtlich unserer Prozesse zu setzen, um die
Ziele der Finanz- und Kundenperspektive erfüllen zu können?"
(Horváth
& Partner, 2001, Seite 27).
Die
Prozessperspektive beschäftigt sich damit, wie die internen Prozesse gestaltet
werden müssen, damit die Wünsche von Kunden (Kundenperspektive) und
Kapitalgebern (Finanzperspektive) erfüllt werden. Hierbei geht es vorrangig
darum, die Prozesse zu finden, die sich für die Umsetzung einer
Unternehmensstrategie am erfolgreichsten erweisen. Es sollte darauf geachtet
werden, dass sowohl die länger- als auch die kurzfristigen Innovationsprozesse
gleichrangig beachtet werden.
(oben)
3.4.4. Lern- und Entwicklungsperspektive
Die vierte
Perspektive entwickelt, nach Kaplan/Norton, die Ziele und Kennzahlen zur
Förderung einer lernenden und wachsenden Organisation (vgl.
Kaplan/Norton, 1997, Seite 121). Diese
Perspektive schafft die so genannte Infrastruktur, die notwendig ist, damit die
anderen drei Perspektiven die jeweiligen Ziele erreichen. Die vierte Balanced
Scorecard Perspektive nimmt eine besondere Bedeutung ein, da eine
Langzeitwirkung entfaltet wird. Die Leitfrage für die Lern- und
Entwicklungsperspektive lautet: „Welche Ziele sind hinsichtlich unserer
Potenziale zu setzen, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen
gewachsen zu sein?"
(Horváth & Partner, 2001, Seite 27)
Neben den
bereits beschriebenen Perspektiven werden in der Fachliteratur
(vgl. Ehrmann, 2000, Seite 36 f. und Friedag/Schmidt, 1999, 197 ff.)
weitere Perspektiven angegeben, zum Beispiel die Lieferantenperspektive (bei
geringer Fertigungstiefe eines Unternehmens) oder auch die
Kreditgeberperspektive oder die Kommunikationsperspektive.
(oben)
3.5. Ziele und Kennzahlen der Balanced Scorecard
Die
strategischen Ziele sind bei einer Balanced Scorecard von großer Bedeutung,
weshalb Ehrmann diese Ziele auch als Herzstück der Balanced Scorecard
bezeichnet. Denn „Wer zielorientiert gestalten will, benötigt zu allererst
Ziele“ (Horváth
& Partner, 2001, Seite 29 f.).
Diese Ziele beeinflussen das Handeln und das Verhalten von allen Personen in
einem Unternehmen und konkretisieren die Strategien eines Unternehmens. Bei der
Umsetzung der Ziele müssen den Mitarbeitern die Unternehmensziele über- und
vermittelt werden, damit sich daraus entsprechende Ziele für Geschäftsbereiche
oder Abteilungen herunter brechen lassen. Allerdings sollen die Mitarbeiter sich
dabei auch eigene Ziele setzen und diese erfüllen.
(oben)
3.5.1. Strategische Ziele am Beispiel der Kundenperspektive
Allerdings ist
die Ableitung aus Strategieüberlegungen in konkrete Ziele in der Praxis sehr
schwierig, da diese oftmals pauschal und nicht klar formuliert sind. Hierbei
soll die folgende Abbildung nach Horváth Hilfestellung leisten.

Bei den Zielen
der Kundenperspektive muss ein Unternehmen darauf achten, dass hierbei die
Marktorientierung im Vordergrund steht. Grundsätzlich kann diese aus Sicht des
Unternehmens (Welche Kundenkreise sind interessant fürs Unternehmen?) und aus
Sicht des Kunden (Wie ist die Wahrnehmung des Unternehmens durch den Kunden?)
verstanden werden. Allerdings muss hierbei erwähnt werden, dass die Ziele der
Kundenperspektive Aufschluss darüber geben, ob die zuvor beschriebenen Ziele der
Finanzperspektive erreicht werden
(vgl. Horváth & Partner, 2000, Seite 35).
Als strategische
Ziele der FIKTIV GmbH sollen die folgenden Zielvorgaben dienen: „Steigerung des
Marktanteils in der Fenster- und Türenbranche“, „Steigerung der Produkt- und
Servicequalität und damit Erhöhung der Kundenzufriedenheit“, „Zunahme der
Kundenrentabilität“ und „Senkung der Reklamationsquote“.
(oben)
3.5.2. Identifikation der Strategie anhand von Kennzahlen
Für ein
Unternehmen steht dank Mission, Vision und den daraus abgeleiteten Strategien
fest wohin ein Unternehmen will. Deshalb müssen für alle strategischen Ziele der
vier Perspektiven, Messgrößen zur Anwendung kommen, die die langfristigen Ziele
konkretisieren sowie die Zielsetzung und -erreichung messbar machen.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass für jede Perspektive solche Kennzahlen
ausgewählt werden, die die Annäherung an die strategischen Ziele messen. Die
Herausforderung liegt in der Auswahl weniger und zugleich relevanter Kennzahlen.
In der Regel werden die vier Perspektiven mit je rund 4-5 Zielen sowie den
dazugehörigen Kennzahlen verwendet
(vgl. Horváth & Partner, 2001, Seite 35).
Es werden die
beiden Kennzahlenarten, Spät- und Frühindikatoren unterschieden, die kurz
erläutert werden sollen.
(oben)
3.5.2.1. Spätindikatoren
Spätindikatoren
werden auch als traditionelle Kennzahlen bezeichnet. Diese präsentieren bereits
erreichte Ergebnisse (vgl.
Ehrmann, 2000, Seite 197), die die
gemeinsamen Ziele verschiedener Strategien widerspiegeln. Spätindikatoren werden
oft aus Daten des Jahresabschlusses, durch das betriebliche Rechnungswesen,
ermittelt. Hinter dem Begriff „Spätindikatoren“ verbergen sich Kennzahlen wie
zum Beispiel die Rentabilität, der Marktanteil und die Kundenzufriedenheit oder
auch die Mitarbeiterqualifikation (vgl.
Kaplan/Norton, 1997, Seite 144).
Im Folgenden
sollen die Spätindikatoren Kundenzufriedenheit und Marktanteil auf die FIKTIV
GmbH angewandt werden:
Die
Kundenzufriedenheit wird anhand des Zufriedenheitsgrads der Kunden der FIKTIV
GmbH mit Hilfe von Umfragen über die Kundenzufriedenheit, anhand von 3 Techniken
gemessen: Fragebögen per Post, Telefoninterviews und persönliche Interviews
(vgl.
Kaplan/Norton, 1997, Seite 69).
Die Auswertung der Umfragen für das Jahr 2005 durch das
Meinungsforschungsinstitut MFI hat ergeben, dass 80% zufrieden bis sehr
zufrieden sind, 7% wünschen sich schnelleren Service bei Reparaturen, 5%
erwarten mehr Innovationsmut in der Produktentwicklung, 5% erhoffen sich
kompetentere Kundenberatung und 3% sind überhaupt nicht zufrieden.
Der Marktanteil
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 116)
wird als Maßstab für die Marktposition der FIKTIV GmbH gegenüber den
Konkurrenten definiert.

Die FIKTIV GmbH will ihren
Marktanteil im Jahr 2007 auf 25%, 2008 auf 30% erhöhen. Der Marktanteil wird von
den übrigen Kennzahlen der Kundenperspektive beeinflusst.
(oben)
3.5.2.2. Frühindikatoren
Frühindikatoren
werden als Leistungstreiber bezeichnet. Diese reflektieren die Besonderheiten
der Unternehmensstrategie (vgl. Ehrmann, 2000, Seite 186) und bestimmen in
gewissen Bereichen den Erfolg des Unternehmens (vgl.
Norton/Kappler, 2000, Seite 17).
Um Frühindikatoren nutzen zu können, muss nach Friedag/Schmidt die Wirkung der
gemessenen Aktion auf künftige Aktionen ermitteln werden (obwohl diese sich
schnell und unvorhersehbar ändern können).
Die
Frühindikatoren Termintreue und Reklamationsquote sollen auf die FIKTIV GmbH
angewandt werden:
Um die
Termintreue zu bestimmen, ermittelt die FIKTIV GmbH zunächst den Prozentsatz
nicht eingehaltener Terminzusagen, dieser betrug im Vorjahr 10%. Laut der
Strategie des Unternehmens soll die Termintreue auf 100% gesteigert werden. Die
Umsetzung soll durch die Verbesserung der Terminplanung innerhalb der Produktion
erfolgen.
Ein weiterer
Frühindikator ist die Reklamationsquote, die im Folgejahr von 5 auf 3% gesenkt
werden soll. Dies soll durch Verbesserung des Qualitätsmanagements (Kontrollen
bei der Fertigung, Entnahme von Materialproben und Schulung der Mitarbeiter an
den Fertigungsmaschinen) erreicht werden. Durch Erhöhung der Termintreue und
Senkung der Reklamationsquote soll die Zufriedenheit der Kunden der FIKTIV GmbH
gesteigert werden.
Nach
Kaplan/Norton ist für eine gute Balanced Scorecard die richtige Mischung aus
Ergebniszahlen und Leistungstreibern erforderlich, die genau auf die Strategie
des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten wurde (vgl.
Kaplan/Norton, 1997, Seite 30).
(oben)
3.5.3. Ursache-Wirkungskette
Nach
Kaplan/Norton ist eine Strategie „ein Bündel von Hypothesen über Ursache und
Wirkung" (vgl.
Kaplan/Norton, 1997, Seite 28).
Ein Kennzahlensystem bildet hier die Beziehungen zwischen den einzelnen Zielen
und den verschiedenen Perspektiven ab. Nur so kann ein Kennzahlensystem bewertet
und das Unternehmen richtig gesteuert werden. Dabei entsteht eine
mehrdimensionale Kette von Ursachen und Wirkungen, die eine Verbindung zwischen
allen vier Perspektiven der Balanced Scorecard herstellen soll.

Die
Abbildung zeigt die abgeleiteten Ursache-Wirkungs-Beziehungen der FIKTIV
GmbH. Dabei ist festzustellen, dass die Beratungsqualität einen
maßgeblichen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit ausübt. Diese
Gesamtbeurteilung ergibt sich aus drei separaten Zusammenhängen:
-
Eine gute
Kundenberatung steigert direkt die Kundenzufriedenheit.
-
Gute Beratung
beeinflusst die wahrgenommene Produktvielfalt günstiger.
-
Die wahrgenommene
Produktvielfalt wirkt wiederum stark auf die Kundenzufriedenheit.
(oben)
4. Bewertung der Balanced Scorecard
Die Balanced
Scorecard muss jedes Unternehmen für sich erarbeiten. Die Erfinder, Kaplan und
Norton geben nur einige Anregungen, die aus Erfahrungen in Zusammenarbeit mit
einer Vielzahl von Firmen resultieren (vgl.
Friedag/Schmidt, 2002, Seite 83).
Bei der Erstellung der Balanced Scorecard, die viele Vorteile hat, müssen die
Unternehmen aber auch auf Risikofaktoren achten.
(oben)
4.1. Vorteile der Balanced Scorecard
Durch die
Balanced Scorecard wird es für das mittelständische Beispielunternehmen möglich,
die Strategie zu operationalisieren, darzustellen und zu kommunizieren. Sie
offenbart ihm wichtige Aufgaben und Defizite. Durch die einfache Struktur lässt
sich die Komplexität in der Steuerung reduzieren.
Mit Einführung
der Balanced Scorecard stärkt das Management der FIKTIV GmbH ihre Mitarbeiter in
ihrer Arbeit, da sie bei der Umsetzung der Gesamtstrategie des Unternehmens
miteinbezogen werden. Mit Hilfe der Balanced Scorecard können so schwerwiegende
Fehlentscheidungen vermieden und somit der Betriebserfolg erhöht werden. Bei der
Ermittlung der Kennzahlen wird die Wirtschaftlichkeit, sowie die leichte
Ermittelbarkeit und die Nachvollziehbarkeit im Auge behalten.
Eine Balanced
Scorecard hat gegenüber anderen Kennzahlensystemen den Vorteil eine gute
Mischung von Früh- und Spätindikatoren zu beinhalten. Balanced Scorecard-
Kennzahlen sollen neben dem Leistungsanreiz auch als Mittler zwischen den
Strategien und als Verbindungsglied zum operativen Ablauf fungieren
(vgl. Ehrmann, 2002, Seite 55).
Balanced Scorecard- Kennzahlen sollen neben Kontrollaufgaben auch
Eigeninitiative und Kommunikation fördern.
(oben)
4.2. Risiken der Balanced Scorcard
Bei der Erstellung der
Balanced Scorecard muss sich die FIKTIV GmbH bewusst sein, dass immer das Risiko
besteht, dass falsche bzw. unrealistische Ziele aber auch „schlechte“ Strategien
umgesetzt werden könnten. Außerdem kann die Gefahr bestehen, dass zu wenige, zu
viele oder zu komplexe Ziele den Erfolg der Balanced Scorecard beeinträchtigen.
Bei einer zu oberflächlichen Betrachtung der Balanced Scorecard kann es zu einer
einseitigen Konzentration der Kennzahlen kommen. Da diese häufig
vergangenheitsorientiert sind, geht dadurch ihre eigentliche Absicht,
Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft zu erarbeiten, verloren.
Das
Dienstleistungsunternehmen muss auch darauf achten, sich nicht nur besonders auf
die Kennzahlen zu fixieren, da es zu einer einseitigen Optimierung der
Kennzahlen oder zu einer bewussten Manipulation kommen kann. Darum muss das
Prinzip der Ausgewogenheit beachtet werden.
Ein weiterer
typischer Risikofaktor ist das Übernehmen standardisierter Scorecards aus
anderen Geschäftsbereichen oder aus Leitfäden, Büchern und Artikeln
(vgl. Engelhardt, 2002, Seite 76).
Die Balanced Scorecard muss jedes Unternehmen, somit auch die FIKTIV GmbH für
sich erarbeiten. Die Erfinder, Kaplan und Norton geben nur einige Anregungen,
die aus Erfahrungen in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Firmen resultieren
(vgl. Friedag/Schmidt, 2002, Seite 83).
Darüber hinaus
behindern unklare oder unzureichende Verantwortlichkeiten, mangelnde
Ressourcenverfügbarkeit sowie ungenügende Datentransparenz erfolgreiche Balanced
Scorecard-Projekte (vgl.
Engelhardt, 2002, Seite 76).
Die wichtigste
Barriere bei der Umsetzung von Vision und Strategie ist die fehlende
Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Unternehmen, denn
Kommunikationsfähigkeit ist die Grundlage für die Mitarbeitermotivation und
deren Bereitschaft im Unternehmen etwas zu verändern
(vgl. Friedag/Schmidt, 2002, Seite 104).
Dazu ist es notwendig einen Kennzahlenverantwortlichen festzulegen, denn nur der
fühlt sich verantwortlich, wer auch die Verantwortung übertragen bekommen hat.
(oben)
5. Zusammenfassung der Balanced Scorecard
Die Balanced
Scorecard ist kein reines Kennzahlensystem, sondern ein strategisches
Steuerungsinstrument. Sie verbindet die Unternehmensstrategie mit den operativen
Geschäftsprozessen, was sie für die handelnden Personen ausführbar macht. Durch
die Balanced Scorecard werden finanzielle Kennzahlen vergangener Leistungen um
die treibenden Faktoren zukünftiger Leistungen ergänzt. Aus der
Unternehmensvision und –strategie werden die Ziele und Kennzahlen abgeleitet
(vgl. Pietsch/Memmler, 2003, Seite 34). Ihre Erstellung und deren Umsetzung sind
kein einmaliger, abgeschlossener Vorgang (vgl. Engelhardt, 2002, Seite 26),
vielmehr dient sie, da sie kein reines Messinstrument ist, der Unterstützung
wesentlicher Managementprozesse, wie der Entwicklung der Unternehmensstrategie,
der Kommunikation, der Verbindung von operativem Geschäft und Strategie, sowie
dem ständigen Lernen im Sinne eines kontinuierlichen Feedback-Prozesses. Durch
Veränderungen im Unternehmen können sich auch Anpassungen der Balanced Scorecard
ergeben. Hierzu sind Feedback-Prozesse notwendig, um Abweichungen zwischen
Strategie und Umsetzung zu verfolgen und daraus entsprechende Konsequenzen für
das Unternehmen zu ziehen. Ein solcher Prozess beginnt bereits beim Überdenken
der Strategie eines Unternehmens durch das Management (vgl.
Ehrmann, 2002, Seite 162)!
(oben)
Literaturverzeichnis
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Pietsch, Prof. Dr. T., Memmler, T. (2003): Balanced Scorecard erstellen,
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Schmid-Kleemann, Dr. oec. publ. et dipl. Ing. ETH M. (2004): Balanced Scorecard
im IT-Controlling, Ein Konzept zur Operationalisierung der IT-Strategie bei
Banken; Schriftenreihe der Treuhand-Kammer; Zürich
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Wiedmann, K.-P., Bocker, C., Buckler, F.; 2005; Die Balanced Scorecard mit dem
richtigen Inhalt füllen, Das Beispiel marktforschungsbasierter Kennzahlen; aus
Controlling Heft 6; Juni 2005, (Seite 335-340)
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